Umweltschutz beim Leitungsbau

Ausgleichsflächen: LEW geht neue Wege beim Naturschutz

Anton Burnhauser, Stefan Huggenberger und Georg Dinger stellen das Projekt Ökokonto Nord. Foto: LEW / Michael Hochgemuth
Die Lechwerke schaffen bei Buttenwiesen Ausgleichsflächen auf Vorrat. Dafür werden unter anderem 110 Hektar Niedermoor renaturiert.

Mit dem Projekt „Ökokonto Nord“ haben die Lechwerke und die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben ein neues Konzept entwickelt. Ziel ist es, große, zusammenhängende Ausgleichsflächen zu schaffen.

Umfangreiche Maßnahme

Auf einer Fläche von insgesamt 110 Hektar in der Nähe von Buttenwiesen im Landkreis Dillingen an der Donau setzt LEW derzeit ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Renaturierung des Niedermoors um. Mit dem Konzept des Ökokontos geht LEW neue Wege bei naturschutzrechtlichen Ausgleichsverpflichtungen. Denn bei Eingriffen in die Natur und in das Landschaftsbild, etwa durch den Bau von Strommasten oder die Erneuerung von Leitungen, sind die Lechwerke, zu ökologischem Ausgleich verpflichtet. Oft lässt sich der Ausgleichsbedarf jedoch nicht vor Ort umsetzen, weil dafür geeignete Flächen fehlen. Zudem bringen einzelne isolierte Maßnahmen nur wenig für die Natur.

Durch spezielle Aussaatverfahren sollen wieder artenreiche Wiesen entstehen. Foto: LEW Durch spezielle Aussaatverfahren sollen wieder artenreiche Wiesen entstehen. Foto: LEW

 

Hier setzt das neue Konzept an: Anstatt wie bisher viele einzelne und kleinteilige Ausgleichsflächen zu schaffen, wird im Projekt „Ökokonto Nord“ in den nächsten Monaten ein großes, zusammenhängendes Gebiet nach einem zusammen mit den Naturschutzbehörden erarbeiteten Konzept renaturiert.

Vorteile für den Naturschutz

„Bei unserem Ökokontokonzept schaffen wir Ausgleichsflächen auf Vorrat und können dann Wertpunkte abbuchen, wenn aufgrund einer Baumaßnahme ökologischer Ausgleich geschaffen werden muss“, erklärt Stefan Huggenberger, Projektleiter Genehmigungsverfahren bei der LEW Verteilnetz GmbH. „Dieses Prinzip hat nicht nur für uns Vorteile, sondern vor allem für den Naturschutz: Größere Flächen können naturschutzfachlich sinnvoll entwickelt werden und es entsteht schon jetzt großflächig renaturierter Lebensraum für die heimische Flora und Fauna.“

Pilotprojekt im Landkreis Landsberg erfolgreich abgeschlossen

Als Pilotprojekt hat LEW dieses Konzept bereits von 2010 bis 2012 mit dem „Ökokonto Süd“ bei Apfeldorf erprobt. Dort wurde auf einer knapp zehn Hektar großen Fläche ein zusammenhängendes Maßnahmenpaket umgesetzt, um das beeinträchtigte Hochmoor zu renaturieren. Für Projekte im Naturraum südliches Alpenvorland wurden von diesem Konto bisher etwa 40 Prozent abgebucht.

Weiteres Projekt in Planung

Die Lechwerke gleichen mit dem Ökokonto Nord Bauvorhaben im Naturraum Iller-Lech-Schotterplatten aus. Ein Teil der insgesamt 110 Hektar großen Fläche liegt westlich von Buttenwiesen im Unterthürheimer Ried, der andere Teil nordöstlich davon in den Lauterbacher Ruten. Bisher wurden diese Flächen überwiegend als Acker- oder Grünlandflächen genutzt. Die ersten Renaturierungs-Maßnahmen haben nun im Unterthürheimer Ried begonnen. Zwei bis drei Jahre werden sie dauern. Das Konzept für die Lauterbacher Ruten ist noch nicht abschließend festgelegt. Die Umsetzung hierfür ist im Zeitraum 2018 und 2019 geplant.

Weitere Infos über das Ökokonto Nord

Das Projekt Ökokonto Nord konnte durch die Flurneuordnung Buttenwiesen realisiert werden. Dabei konnten größere zusammenhängende Bereiche mit Zielrichtung Naturschutz gebildet werden. LEW ist einer von acht Trägern und hat in das Verfahren größtenteils hochwertiges Ackerland eingebracht und sich dafür feuchte, minderwertige Lagen zuteilen lassen. Auch andere Beteiligte, wie der Landkreis Donau-Ries, der Bund Naturschutz oder der Landesbund für Vogelschutz haben entsprechend an dem Verfahren teilgenommen. Sie alle tragen in der Flurneuordnung dazu bei, dass hier ein Schwerpunkt für den Naturschutz im Donauried entsteht. Auf insgesamt 4.200 Hektar Flurneuordnungsgebiet sind so rund 400 Hektar Ökoflächen entstanden, die auf die unterschiedlichen Träger aufgeteilt sind.

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