Wettbewerbsfähige Produktion

Zukunfts-Technologie 3D-Druck: Augsburg entwickelt neue Messe

Die Messe Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Messe Augsburg entwickelt ein neues Messkonzept, gleichzeitig wurde eine andere verschoben. Was hat es damit auf sich? Wir haben nachgefragt.

Für den 21. und 22. September 2017, also für vergangene Woche, war ein eigener Kongress ausschließlich für Fachbesucher geplant gewesen. Thematisch sollte er sich unter anderem um EEG-Ausschreibungen drehen. Laut Messe Augsburg erwies sich der Kongress im Frühjahr jedoch als geeigneter für die Branchen. Deshalb wurde die Fachtagung nun verschoben und erneut in die Messe „RENEXPO meets afa“ integriert. Sie wird vom 7. bis 10. April 2018 stattfinden. Bereits im Frühjahr dieses Jahres wurde das Konzept getestet: Die Messe „RENEXPO“ wurde erstmals an die „afa“ angeschlossen. Laut Messe Augsburg kam das Konzept „RENEXPO meets afa“ bei Ausstellern und Besuchern gut an.

Augsburg startet neue Messe

Im kommenden Jahr findet in Augsburg vom 25. bis 27. September 2018 die erste Fachmesse „Experience Additive Manufacturing“ statt. Sie wurde als Multi-Location-Event von der Messe Augsburg entwickelt. Parallel zur Messe wird das bereits etablierte „Augsburger Seminar für Additive Fertigung“ in seiner 22. Auflage stattfinden. Das Seminar wird ausgerichtet von zwei Partnern der Messe Augsburg, dem Fraunhofer IGCV und dem Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften iwb der TU München.

Wettbewerbsfähigerer Standort

Der Bedarf an individuellen Lösungen für maßgefertigte Produktion steigt. Um im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, kommen Unternehmen um flexiblere und effizientere Fertigungsverfahren nicht mehr herum. Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Kostenoptimierung heißen die aktuellen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Dabei soll die Produktion flexibler werden. Additive Fertigungsverfahren sind hier ein wichtiger Baustein. Gegenüber traditionellen Verfahren haben sie wesentliche Vorteile. So sind unter anderem die Produktionsabläufe flexibler. Verschiedenste Funktionen können auch in komplexe Bauteile integriert werden. Zudem ist die Herstellung selbst kleinster Stückzahlen profitabel, bei maximaler Gestaltungsfreiheit in der Formgebung. Auch die häufig kostenintensive Lagerhaltung fällt weg. Bei Bedarf können zudem Einzelstücke produziert werden, auch direkt vor Ort beim Kunden.

3D-Druck gewinnt an Bedeutung

Gerhard Reiter, Geschäftsführer der Messe Augsburg, ist vom Erfolg der Veranstaltung überzeugt: „Die Messe gibt einen Überblick über die Bandbreite der Technologien der additiven Fertigungsverfahren, die auf dem Prinzip der Schichtbauverfahren basieren. Viele mittelständische Unternehmen interessieren sich für die Technologie, wissen jedoch noch nicht, wie sie additive Verfahren beziehungsweise ‚3D-Druck‘ gewinnbringend für sich nutzen können. Wir zeigen Anwendern und interessierten Betrieben die Nutzungsmöglichkeiten der Potenziale und Anwendungsgebiete, die sich aus der additiven Fertigung erschließen. Sie finden hier profunde Hilfestellung bei der Make-or-Buy-Entscheidung.“ Einer der Marktführer der Branche, die in Friedberg bei Augsburg ansässige voxeljet AG, unterstützt das neue Messeformat: „Das Konzept einer konsequent anwendungs- und wertschöpfungsorientierten Messe im Wachstumsmarkt der Additiven Fertigung und die Einbettung in einen Gesamtrahmen ‚Industrie 4.0‘ gefällt uns sehr gut“, so Rudolf Franz, Vorstand bei voxeljet. „Natürlich hilft diese Messe der weiteren Internationalisierung der Region.“

Multi-Location-Event als bewährtes Veranstaltungskonzept

2016 fand die Premiere der EXPERIENCE COMPOSITES, der Fachveranstaltung für Faserverbundstoffe im Süddeutschen Raum, statt. Bereits damals wurde das sogenannte Multi-Location Format getestet. Es beinhaltet neben dem Schwerpunkt Messe auch Besuche bei anwendenden Unternehmen, Besichtigungen in wissenschaftlichen Einrichtungen, Networking-Treffen sowie Schulungen an unterschiedlichen Locations in Augsburg.

Hinweis der Redaktion: In einer vorigen Version des Artikels wurde nicht deutlich, dass die Messe Augsburg das neue Konzept selbst entwickelt hat. Dies wurde korrigiert.

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