Bundestagswahl 2017

„Was muss sich in Augsburg ändern, Maximilian Funke-Kaiser?“

Maximilian Funke-Kaiser. Foto: Maximilian Funke-Kaiser
Wie stehen die Spitzenkandidaten der jeweiligen Parteien zu den Themen und Projekten, die den Wirtschaftsstandort Augsburg bewegen? Wir haben nachgefragt. Den Auftakt macht Maximilian Funke-Kaiser, Bundestagskandidat der FDP für Augsburg und Königsbrunn.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was sind Ihrer Meinung nach die drängendsten Themen, die Sie und Ihre Partei am Wirtschaftsstandort Augsburg angehen wollen?

Maximilian Funke-Kaiser: Die soziale Marktwirtschaft ist der Grund und Boden, auf dem unser Land aufgebaut ist. Sie besteht, wie aus dem Namen zu entnehmen ist, aus den zwei wesentlichen Bestandteilen „Markt“ und „Sozial“, die in einem bestimmten Verhältnis ausbalanciert werden müssen. Dieses für uns selbstverständliche Konzept scheint sich aber der schwarz-roten Koalition nicht ganz erschlossen zu haben. Denn in der aktuellen Legislaturperiode ist das Pendel immer mehr in Richtung „Sozial“ ausgeschlagen. Die Auswirkungen auf den Markt wurden hierbei vollkommen außer Acht gelassen.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Soziale Aspekte wie beispielsweise Arbeitnehmerschutz sind essentielle und relevante Themen und müssen auch in Zukunft Beachtung finden. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass doch die einheimischen klein- und mittelständischen Unternehmen der Motor unserer Wirtschaft sind und Deutschland zu dem machen, was es ist. Sie schaffen und sichern Arbeitsplätze und sind der Grund, warum Deutschland zu den wohlhabendsten und wirtschaftsstärksten Ländern weltweit gehört. Ihnen muss in der politischen Entscheidungsfindung wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen. Es muss wieder zu einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Markt und Sozial kommen. Es muss schlicht und einfach wieder attraktiv sein, am Markt als Unternehmer anzutreten und sich dort zu behaupten. Das gilt sowohl für den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch für Augsburg.

Stichwort Digitalisierung: Wie wichtig ist dieses Thema für die Wirtschaft?

Die Digitalisierung stellt aus meiner Sicht einen der wichtigsten Punkte dar, wenn es darum geht, die Leistungsstärke und Innovationskraft unserer Wirtschaft auch in Zukunft beizubehalten. Es ist entscheidend, dass der Glasfaserausbau schnell und flächendeckend vorangetrieben wird. Dies gilt sowohl für die Ballungszentren als auch für die ländlichen Gebiete. Nur so bleiben unsere Unternehmen auch im digitalen Bereich international konkurrenzfähig. Die Finanzierung dieses wichtigen Projektes soll vor allem durch den Verkauf der staatlichen Anteile an der Deutsche Telekom AG und der Deutsche Post AG erfolgen.

Welche Verkehrsinfrastruktur-Projekte beschäftigten die Wähler aus Ihrer Sicht am meisten?

Ein besonders wichtiges Thema mit lokalem Bezug ist hier die Osttangente. Besonders fraglich ist hierbei, ob es zu rechtfertigen ist, wenn ein Verkehrsweg Naturschutzgebiete und Wohngebiete durchquert beziehungsweise berührt und dies zu Unmut in den betroffenen Gemeinden führt. Die immer wieder aufflammende Debatte zeigt klar, dass es nicht möglich ist, hier eine einfache Lösung zu finden. Trotzdem sehe ich es als extrem wichtig an, dass weiterhin ein Dialog zwischen den Gemeinden und den zuständigen Behörden stattfindet, damit schlussendlich eine zufriedenstellende Lösung gefunden wird. Das gilt auch dann, wenn dadurch die Kosten für dieses Projekt – beispielsweise durch größere Umfahrungen – steigen würden.

Wie wollen Sie und Ihre Partei Augsburger Unternehmen künftig unterstützen?

Ganz konkret möchte ich zusammen mit der FDP die Augsburger Unternehmen vor allem durch eine Vereinfachung der Dokumentationspflichten beim Mindestlohn, einen starken Ausbau der digitalen Infrastruktur, eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten und verbesserte Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung unterstützen. 

Sie möchten wissen, wie die Spitzenkandidaten der anderen Parteien den Wirtschaftsstandort Augsburg stärken wollen? Die Antworten von Ulrike Bahr, SPD, und Dr. Volker Ullrich, CSU, folgen am Montag und Dienstag kommender Woche. (Claudia Roth, Bündnis 90/Die Grünen, und Frederik Hintermayr, Die Linke, haben unseren Fragebogen ebenfalls bekommen. Sie konnten uns ihre Antworten jedoch leider nicht vor Redaktionsschluss zukommen lassen.)

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