Klinikum und ver.di einigen sich auf Warnstreik

Warnstreik in Augsburg: Pflegekräfte legen die Arbeit nieder

Die Demonstration auf dem Weg zum Rathausplatz. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Gerade im Pflegebereich fehlt es häufig an Personal. Die Gewerkschaft ver.di hat die Pflegekräfte zu dem Warnstreik aufgerufen. Deshalb kamen heute zahlreiche Demonstranten in Augsburg zusammen, um für mehr Personal in Krankenhäusern zu demonstrieren.

Vonseiten des Klinikum Augsburg heißt es, dass man sich mit der Gewerkschaft hinsichtlich des Warnstreiks geeinigt habe. Die Versorgung der Patienten ist deshalb auch am Streiktag gesichert. In den Auseinandersetzungen zwischen Klinikum Augsburg und ver.di haben die Verhandlungspartner ein Streik-Ausmaß gefunden, mit dem beide Seiten leben können.

Klinikum-Vorstand habe „vollstes Verständnis für die Belange der Pflege“

Nach nochmaligen Gesprächen am vergangenen Freitag einigten sich Klinikumsleitung und ver.di-Sprecher Stefan Jagel auf einen Kompromiss. So können die Herz-Thorax-Chirurgie und der Internistische Bereich weitgehend aufrechterhalten werden. Die Versorgung der Patienten bleibt somit gewährleistet. Bereits zuvor hatte Vorstandsvorsitzender Alexander Schmidtke gegenüber Mitarbeitern und Medien betont, dass der Gesamtvorstand des Klinikums inhaltlich „vollstes Verständnis für die Belange der Pflege“ habe. „Die Arbeitsverdichtung besonders beim Pflegepersonal ist enorm hoch.“ Aber an erster Stelle stehe für ihn die Sicherheit und Versorgung der Patienten. „Hier darf keine Situation entstehen, die Leben und Gesundheit von Patienten gefährdet“, so Schmidtke.

ver.di: Pflegepersonal demonstriert in Augsburg

Drei bayerische Krankenhäuser werden bestreikt

Der Vorstandsvorsitzende zeigte sich auch nach der Sondersitzung am Freitag verwundert darüber, dass nur drei Krankenhäuser in Bayern und zwei davon im Bezirksverband Schwaben bestreikt werden. „Offensichtlich spielt der Sonderfall, dass das Klinikum Augsburg ein staatliches Universitätsklinikum wird, während andere Häuser privatisiert werden oder deren Privatisierung diskutiert wird und sich damit auch die Situation der Mitarbeiter dramatisch verschlechtern würde, für ver.di keine Rolle.“

„Die Rahmenbedingungen für Pflegeberufe müssen deutlich verbessert werden“

Wie er sehen auch der Ärztliche Vorstand, Prof. Dr. Michael Beyer, und Pflege-Vorstand Susanne Arnold die Politik in der Pflicht. „Die Rahmenbedingungen für Pflegeberufe müssen deutlich verbessert werden“, betont Arnold. Wenig hilfreich in dem Zusammenhang sei es aber, den Pflegeberuf nach außen negativ darzustellen. „Das schreckt junge Leute ab, sich für diesen Beruf zu entscheiden“, so Arnold weiter.

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