Netzwerktreffen

Trends, Prognosen, Ängste: Arbeit 4.0 im Wirtschaftsraum Augsburg

R. Fürst, M. Proeller, S. Klos-Pöllinger, H. Rauch, K. Metzger, A. Stifter. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Auf einer gemeinsamen Veranstaltung von HWK Schwaben, IHK Schwaben, Agentur für Arbeit, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) und der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH nahmen die Partner das Thema Arbeit 4.0 in den Fokus. Wie wird sich der technologische Wandel auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer auswirken? Unternehmer und Hochschulen gaben erste Antworten.

Das Handwerk steckt mittendrin in der Digitalisierung. Auch die Industrie spürt den Wandel zu 4.0. Die Unternehmen, Kammern und Bildungsinstitutionen müssen sich ebenfalls wandeln. Arbeiten wird digital, darin waren sich alle Beteiligten am gestrigen Abend einig. Die Veranstaltung „Arbeit 4.0 – alternative Arbeitswelten im Wirtschaftsraum Augsburg“ zog rund 120 Gäste ins Mazda Museum Frey nach Augsburg, die sich diesen Herausforderungen stellen wollen und müssen.

Podiumsdiskussion: Digitalisierung in der Arbeitswelt

Die Veranstalter des Netzwerktreffens, die Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg, haben es sich zum Ziel gesetzt, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, zu bündeln und zu koordinieren. Hierauf nimmt auch die Digitalsierung großen Einfluss. Bei einer Podiumsdiskussion teilten Roland Fürst, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Augsburg, Silke Klos-Pöllinger, Regionsvorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund, Dr. Klaus Metzger, Landrat Landkreis Aichach-Friedberg, Dr. Michael Proeller, Vizepräsident der IHK Schwaben und Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK Schwaben ihre Erfahrungen mit diesem brisanten Thema.

Arbeit 4.0: Netzwerktreffen im Mazda-Museum

Angebote weiter digitalisieren

Die Agentur für Arbeit bietet viele ihrer Angebote beispielsweise mittlerweile auch online an: Seien es Merkblätter, Antragsformulare oder Fragebögen zur Selbsteinschätzung. Diese stoßen auf positive Resonanz. Roland Fürst erklärte weiter, die Agentur wolle bald auch Skype nutzen, um für Bürger besser und auch von Zuhause oder unterwegs aus erreichbar zu sein. Weiter appellierte er an die Unternehmer, ihre Mitarbeiter in diesen digitalen Themen zu schulen. Es gäbe zahlreiche Angebote seitens der Agentur.

Auch Arbeitgeber brauchen Schulung

Michael Proeller ergänzte dazu, die Arbeitgeber selbst nicht zu vergessen. „Die Arbeitgeber-Schulung ist wichtiger als die Arbeitnehmer-Schulung“, sagte er. Das Thema beträfe schließlich alle Ebenen im Unternehmen. Die Kammer reagiert auf die wachsende Digitalisierung zudem mit einem neuen Ausbildungsberuf: Dem eCommerce Kaufmann. Doch nicht nur die Industrie, auch das Handwerk, setzt sich vermehrt mit digitalen Themen auseinander. Baupläne direkt auf Smart-Glases übertragen, digitale Kommunikation auf der Baustelle zwischen allen Gewerken – das sei keine utopische Zukunft sondern schon greifbare Realität, wie Hans-Peter Rauch berichtete.

DGB: Stress nimmt durch Digitalisierung zu

Die fortschreitende Digitalisierung hat dabei nicht nur Freunde unter den Entscheidern Schwabens. Silke Klos-Pöllinger gab an, dass mit dem wachsenden Nutzen von digitalen Hilfsmitteln, auch der Stress bei den Abreitnehmern zunehme. Fragen wie „Habe ich das Know-how dazu?“ oder „Ist mein Arbeitsplatz durch die Digitalisierung bedroht?“ würden viele Beschäftigte verunsichern. Wie Digitalisierung im Unternehmen und der Ausbildung dennoch gelingen kann, stellten Prof. Dr. Gordon Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg, Erich Schulz, Geschäftsführer der Erich Schulz GmbH & Co. KG, und Faurecia Ausbildungsleiter Werner Greulich schließlich anhand von Best Practice Beispielen vor.

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