Industrie- und Handelskammer Schwaben

Top-Logistik-Region: IHK Schwaben fordert Ausbau der Verkehrswege

Gerhard Pfeifer, stellvertretender Präsident der IHK Schwaben und Vorstand Wirtschaft des Schwabenbund e.V. Foto: IHK Schwaben

Das zentrale Ergebnis der Güterstromanalyse aus dem Institut Fraunhofer IIS in Nürnberg liegt vor: Demnach haben viele Bundestraßen in Bayerisch-Schwaben und in Baden-Württemberg eine ähnlich große Bedeutung für die regionale Wirtschaft wie die Autobahnen. Umso größer sei deshalb der Handlungsbedarf, um die Schwachstellen im Bundesstraßennetz zu beseitigen.

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Die Analyse wurde von den vier Industrie- und Handelskammern Bodensee-Oberschwaben, Ostwürttemberg, Schwaben und Ulm gemeinsam in Auftrag gegeben. Laut den Ergebnissen der Studie werden im Quell- und Zielverkehr der Unternehmen auf den Bundesstraßen teils ähnlich große Gütermengen bewegt wie auf den Autobahnen A 7, A 8 und A 96.

„Bis zu zehn Millionen Tonnen Güter pro Jahr“

„Diese Erkenntnis hat uns in dieser Klarheit selbst überrascht“, erklärte Gerhard Pfeifer, stellvertretender Präsident der IHK Schwaben und Vorstand Wirtschaft des Schwabenbund e.V. „Auf einigen dieser Straßen werden fünf bis zehn Millionen Tonnen Güter pro Jahr bewegt. Dies unterstreiche die Notwendigkeit eines leistungsfähigen Bundesstraßennetzes vor allem für produzierende Unternehmen mit einer hohen Arbeitsteiligkeit sowie für die Logistiker und damit letztlich für die Arbeitsplätze in diesem Raum“, betonte der Memminger Unternehmer. Im Rahmen der Studie wurden die vier IHK-Bezirke sowie das Gebiet des sogenannten Schwabenbundes untersucht. Im Schwabenbund haben sich Kommunen und Kammern entlang der Landesgrenze zusammengeschlossen, um für die gemeinsamen Interessen einzustehen.

Rund 60 Prozent der Güter bleiben in der Region

„Angesichts der vom Bundesverkehrsministerium prognostizierten Verkehrszunahme im Straßengüterverkehr von 38 Prozent bis 2030 erwarten wir von der Politik, die Bundesverkehrswege in der Region bedarfsgerecht auszubauen“, folgert Pfeifer. Rund 60 Prozent der innerhalb der Untersuchungsregion beladenen Tonnagen haben auch ihr Ziel in diesem Raum. Weitere acht Prozent der Belademengen finden ihren Weg in das restliche Bayern und Baden-Württemberg. In die weiteren Bundesländer fließen lediglich sechs Prozent. Rund ein Sechstel der Tonnage geht ins Ausland, vor allem in den Süden also nach Österreich, in die Schweiz, nach Italien und nach Frankreich.

98 Prozent der Gütermengen werden auf den Straßen transportiert

Im Quell- und Zielverkehr der Region ist die Straße mit großem Abstand der wichtigste Verkehrsträger, so die Ergebnisse der Studie. Denn dort werden mehr als 98 Prozent der Gütermengen mit dem Lkw transportiert. Beim Transport im Schienengüterverkehr liegt dir Region erheblich unter dem Bundesdurchschnitt. Mehr als ein Drittel der Tonnagen im Bahn-Zielverkehr der Region geht dabei jedoch nach Augsburg. Das sehen die IHKs als einen Beleg für die Bedeutung und Leistungsfähigkeit der Augsburger Lokalbahn. Ebenfalls stark ist das Container-Terminal im Ulmer Norden mit einer umgeschlagenen Menge von annähernd 100.000 Containern pro Jahr. Daneben betreibt BSH Hausgeräte in Giengen/Brenz ein eigenes Bahn-Terminal für die Standorte Giengen und Dillingen.     

Raum Schwaben zwischen Ulm, Augsburg und Kempten ist „Top-Logistik-Region“

„Die Erfolgsgeschichte des Terminals in Ulm macht deutlich, wie dringend Bayerisch-Schwaben den Neubau eines Container-Bahnhofs im Güterverkehrszentrum Augsburg braucht“, unterstreicht der stellvertretende IHK-Präsident Pfeifer. Bereits eine frühere Studie von Fraunhofer hatte 2009 den Raum Schwaben zwischen Ulm, Augsburg und Kempten als eine von 18 bundesdeutschen „Top-Logistik-Regionen“ identifiziert. Dies hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass Unternehmer aus den Verkehrsausschüssen der IHKs Schwaben und Ulm den „Logistik-Cluster Schwaben“ (LCS) gegründet haben.

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