Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Bibliothek
Die Staats- und Stadtbibliothek hat in Augsburg eine fast 500 Jahre alte Tradition. Aus Kostengründen überlegt die Stadtregierung nun den Bestand und das Gebäude zu verkaufen. Negative Folgen ergeben sich auch für die Universitätsbibliothek Augsburg.

Die Stadtbibliothek hat einen wertvollen Bestand an Handschriften, Inkunablen und Drucken vorliegen. Nicht zu vergessen ist die einmalige Augustana-Sammlung, die ebenfalls der Staats- und Stadtbibliothek gehört. Das Gebäude in der Schäezlerstraße ist jedoch sanierungsbedürftig. Und genau dafür fehlt der Stadtregierung von Augsburg das Geld.

Hohe Betriebskosten

Der Freistaat Bayern beteiligt sich jährlich mit 18 900 Euro an der Finanzierung. Kulturreferent Peter Grab und der Kämmerer Hermann Weber sehen dies kritisch. Sie fordern laut Augsburger Allgemeine, dass der Freistaat die Hälfte der Kosten übernimmt. Verhandlungen mit der Bayerischen Staatsregierung waren dahingehend jedoch noch nicht erfolgreich.

Das Gebäude bröckelt

Die Staats- und Stadtbibliothek wurde 1892 errichtet. Aufgrund des steigenden Bestandes ist die Statik des Gebäudes heute überfordert. Es mussten bereits 50. 000 Bände ausgelagert werden. Der Bibliotheksleiter Helmut Gier fordert deshalb schon lange den Ausbau des Dachgeschosses.

Kostenintensive Sanierung

Die Sanierung des Gebäudes würde 4,3 Millionen Euro kosten. Der Freistaat würde 12 Prozent Zuschuss liefern. Der Rest bleibt bei der Stadt Augsburg. Dieser Betrag ist jedoch nicht zu bewältigen. Das Projekt wurde deshalb aus dem Plan gestrichen.

Ein Verkauf mit zwei Seiten

Der Verkauf der Bestände und des Gebäudes würde eine große Summe einbringen. Peter Grab könnte sich einen Umzug des städtischen Besitzes mit dem Stadtarchiv auf das AKS-Gelände neben dem Textilmuseum vorstellen. Laut Augsburger Allgemeine ist dieser Umzug für 2013 geplant. Durch den Verkauf der Bücher wären die 4,3 Millionen für die Sanierung vom Tisch.

Schwierigkeiten bei der Auflösung

Laut Helmut Gier ist die Auflösung der Bestände eine schwierige Aufgabe. Die Besitzer müssen erst ausfindig gemacht werden. Von über 500 000 Bänden ist hier die Rede. Augsburg würde zudem bei der Aufteilung auf den wertvollsten Teil der Sammlung verzichten. Seit 200 Jahren wird die Staats- und Stadtbibliothek nach einheitlichen Grundsätzen verwaltet. Sammlungen, die sie erwarb, wurden eingearbeitet und nach der Systematik der Bibliothek aufgestellt. All dies wieder nach Vorbesitzern aufzuteilen würde erheblichen Arbeitsaufwand verursachen.

Kritik von der Universität Augsburg

Die Universität Augsburg arbeitet seit ihrer Gründung eng mit der

Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zusammen. In großem Ausmaß ist die historisch arbeitende Forschung auf den Reichtum historischer Drucke in der Staats- und Stadtbibliothek angewiesen. Eine Zerschlagung des Standortes zerstört die über Jahre aufgebaute Forschungsbibltiohtek. Die Aufteilung der Forschungsquellen auf mehrere Standorte sieht die Universitätsbibliothek Augsburg äußerst kritisch.

Kritik nicht nur aus Wissenschaftskreisen

Auch aus der Politik regen sich kritische Stimmen. Die SPD fordert den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes. Die Grünen sorgen sich insbesondere um das Stadtarchiv. Dieses müsste bei Übernahme von Beständen neu geplant werden, was den Umzug des Stadtarchivs weiter verzögern könnte. Am 18. Oktober wird der Kulturausschuss weiter darüber abstimmen.

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