Staatssekretär Hintersberger zum Wohnraummangel

So soll Bauen in Bayern attraktiver werden

Staatssekretär Johannes Hintersberger. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Mit über 6,26 Millionen Wohnungen wurde Ende 2015 ein neues Allzeithoch an Wohnungen in Bayern erreicht. Die Bauanträge ließen auch 2016 nicht nach. Dennoch mangelt es an Wohnraum, gerade in Ballungsräumen wie in Augsburg. Staatssekretär Johannes Hintersberger erklärt, zu welchen Entscheidungen es im Kloster Banz diesbezüglich kam.

Der Freistaat möchte die Wohnraum-Versorgung in Bayern auf vielfältige Weise unterstützen. Gefördert werden der Bau und die Modernisierung von Mietwohnungen, sowie den Bau oder Kauf von selbstgenutzten Wohnungen und Häusern. Aber auch Studenten-Wohnheime und Wohnplätze für Menschen mit Behinderung stehen im Fokus.

Freistaat investiert Milliarden in den Wohnungsbau

Dies gilt nicht nur für Großstädte. Wohneigentum ist für den ländlichen Raum ein Haltefaktor, gerade für junge Familien. Hier setzt gezielt der bereits im Oktober 2015 beschlossene Wohnungspakt Bayern an. Er ist als eine Allianz mit den kommunalen Spitzenverbänden, den Kirchen, der Wohnungs-Wirtschaft und weiteren Verantwortlichen für den Wohnungsbau geplant. Bis 2019 sollen dadurch bis zu 28.000 neue staatlich finanzierte oder geförderte Wohnungen entstehen.

Hierfür sollen nach jetzigem Stand rund 2,6 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Weiter erhalten auch Modellprojekte im Freistaat finanzielle Unterstützung. 220 Millionen Euro flossen in den vergangen rund 25 Jahren in den experimentellen Wohnungsbau. In 130 Projekten entstanden 6.000 Wohnungen.

Mehr Unterstützung für private Bauherren gefordert

Trotz aller bisherigen Bemühungen gibt es dennoch Verbesserungs-Potenzial. Im Kloster Banz wurden mehrere Forderungen formuliert. So sei der soziale Wohnungsbau kein Allheilmittel für den stark steigenden Bedarf an Wohnraum. Gerade private Investoren und Wohnungs-Unternehmen seien gefragt. Von der Bauleitplanung bis zum Steuerrecht müsse der Bund die Weichen stellen. Dazu zähle auch, die rechtlichen und administrativen Anforderungen zu vereinfachen. Auch neue Abschreibungs-Regelungen wurden gefordert.

Im Gespräch war auf der Arbeitstagung auch ein Baukindergeld. Bis zu 12.000 Euro pro Kind in einem 10-jährigen Förderzeitraum sollen genehmigt werden. Daneben wurde für Wohnformen plädiert, die für verschiedene Lebensentwürfe und Lebensabschnitte geeignet sind. Um Bauprojekte jeder Art zu verwirklichen, braucht es im ersten Schritt jedoch auch genügend Baugrundstücke. In den Ballungsräumen fehlt es bisher an einem flexibleren Bauplanungsrecht. Für mehr Kosten-Transparenz, Effizienz und Termintreue sollen außerdem technische Daten für alle am Bauprojekt Beteiligten lückenlos zur Verfügung stehen.

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