Endspurt

Schwäbisches Handwerk rüstet sich für das vierte Quartal

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben. Foto: HWK Schwaben
Die Auftragsbücher im schwäbischen Handwerk sind gut gefüllt. Und auch die Erwartungen für die nächsten Monate sind sehr zuversichtlich. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben spricht jedoch eine Warnung aus.

Die Unternehmen gehen weiterhin von einer zufriedenstellenden Geschäftslage aus. Quer über alle Branchen beurteilen 92 Prozent der befragten Betriebe ihre wirtschaftliche Situation mit gut oder befriedigend. Damit wird exakt der Wert des Vorquartals erreicht. Lediglich acht Prozent der Unternehmen sind derzeit mit ihrer Geschäftsentwicklung unzufrieden. Im brancheninternen Vergleich liegen die Nahrungsmittelgewerke sowie die Bauhandwerke an der Spitze.

Fachkräftesicherung weiter Priorität für die Handwerksunternehmen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist unvermindert hoch. 15 Prozent der Unternehmen haben Mitarbeiter eingestellt, das entspricht vier Prozentpunkten mehr als noch vor drei Monaten. Gleichzeitig ist in neun Prozent der Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter gesunken. Die Fachkräftesicherung steht dabei weiter ganz oben auf der Agenda der schwäbischen Handwerksunternehmen.

Auftragseingänge und Umsatzentwicklung sind rückläufig

Insgesamt lässt die wirtschaftliche Dynamik allerdings etwas nach. Dies betrifft sowohl die Zahl der Auftragseingänge als auch die Umsatzentwicklung. Aktuell melden 21 Prozent der Firmen ein Umsatzplus, im Vorquartal waren es noch 31 Prozent. Die Auftragsbücher sind jedoch weiter prall gefüllt. Die Reichweite liegt bei 7,7 Wochen und damit über dem Wert des Vorjahres. Der Spitzenwert des Vorquartals wird allerdings nicht mehr erreicht. Unter den vier schwäbischen Teilräumen hat in diesem Quartal das Allgäu die Nase vorn. 96 Prozent der dortigen Unternehmen bewerten ihre geschäftliche Situation mit gut beziehungsweise befriedigend. Auch Nordschwaben, Donau-Iller und die Region Augsburg melden ausgezeichnete Werte.

Wagner fordert stabile Regierungsverhältnisse

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben, gibt jedoch zu bedenken: „Für eine weitere positive wirtschaftliche Entwicklung sind stabile Regierungsverhältnisse in Berlin ausschlaggebend. Längst überfällige Themen wie eine Steuerreform, die vor allem den Mittelstand entlastet, sowie umfassende Investitionen in die Infrastruktur – Stichwort Breitbandausbau und Verkehr – müssen zügig umgesetzt werden.“

Zuversicht für die letzten drei Monate

Die schwäbischen Handwerksunternehmen rechnen weiterhin mit einem positiven Konjunkturverlauf im letzten Quartal des Jahres. 93 Prozent der Betriebe gehen von einer zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung aus. Knapp ein Fünftel rechnet mit steigenden, weitere 67 Prozent mit konstanten Umsätzen. Über 90 Prozent wollen ihre Mitarbeiterzahl halten oder zusätzliches Personal einstellen.

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