Marketing-Club Augsburg | Universität Augsburg

Prof. Dr. Paul: „Der traditionelle Markentrichter ist tot“

Die Auftaktveranstaltung von „Marketing intensiv“ fand am 13. Januar 2016 statt. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Über 50 Teilnehmer fanden sich gestern zum Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Marketing intensiv“ des Marketing Club Augsburg ein. Mit seinem spannenden Vortrag zum Omnichannel Customer Journey begeisterte Prof. Dr. Michael Paul die Zuhörer.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Marketingwissen aus erster Hand: Nach dem durchschlagenden Erfolg von „Marketing intensiv“ im vergangenen Jahr wird die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr fortgeführt. Den Auftakt bildete am 13. Januar 2016 ein spannender Vortrag an der Universität Augsburg. Prof. Dr. Michael Paul ist Inhaber des Lehrstuhls für Value Based Marketing. Im Fokus seines Vortrags stand der Omnichannel Customer Journey.

Vom Multichannel zum Omnichannel: Warum immer mehr Grenzen verschwinden

Gleich zu Beginn seines Vortrags stellte Prof. Paul klar: Die Trennung zwischen den einzelnen Kanälen verschwindet immer mehr. Multichannel-Marketing setzt auf unterschiedliche Möglichkeiten, um Kunden anzusprechen. Dazu gehören das Ladengeschäft, das Internet, Kataloge und vieles mehr. Doch die einzelnen Kanäle operieren für sich. Der Trend geht inzwischen jedoch immer mehr zum Omnichannel-Marketing: Hier sind sowohl die Kanäle integriert als auch die Ziele gesamtübergreifend gesteckt.

Mit Omnichannel die Kauferfahrung des Kunden optimieren

Ladengeschäft, Internet, Kataloge, Mobile Anwendungen, Social Media und auch Massenmedien wie TV, Radio und Print arbeiten beim Omnichannel Marketing zusammen. Durch die Überlappung ergeben sich Synergieeffekte. Das Gesamtergebnis macht den Customer Journey, also die Einkaufserfahrung des Kunden, aus. Zudem werden das online- mit dem offline-Geschäft effektiv miteinander verknüpft.

„Das Marketing der Zukunft ist agil, dynamisch, anpassungsfähig, flexibel, frei“

Immer häufiger stehen die Kunden und immer weniger die eigentlichen Produkte im Fokus des Marketing. „Das Marketing der Zukunft ist dabei agil, dynamisch, anpassungsfähig, flexibel, frei“, stellte Prof. Paul klar. Auch Transparenz und authentische Kommunikation werden für Kunden wichtiger. Beide können über den Erfolg oder den Untergang einer Marke entscheiden.

After-Sales-Kommunikation gewinnt an Gewicht

„Der traditionelle Markentrichter ist tot“, erklärte Prof. Paul. Kunden werden durch Werbung auf Marken aufmerksam, sie „filtern“ diese, entscheiden sich schlussendlich zum Kauf und das war’s: Das war gestern. Heute ist bekannt, dass auch nach dem Kauf noch viele Entscheidungsprozesse stattfinden. So werden Produkte beispielsweise getestet und – für alle sichtbar – im Internet bewertet. Die After-Sales-Kommunikation wird in diesem Zuge immer wichtiger. Zudem nimmt die Anzahl der Marken, die der Kunde kennt, im Laufe der Entscheidungsprozesse weiter zu statt ab. In aktuellen Modellen werden jedoch viele der für die Kaufentscheidung des Kunden wichtigen Aspekte nicht berücksichtig. Das bedeutet im Endeffekt, dass oftmals nicht an der effektivsten Stelle investieren wird. Wer eine starke Kundenbindung aufbauen will, muss umdenken.

Das Fazit des Abends:

1.      Beachten Sie strategische Paradigmen.

Agilität, Customer Centricity und Customer Empowerment gehören zu den wichtigsten Schlüsselwörtern hier.

2.      Überdenken Sie Ihre Geschäftsmodelle und Wettbewerbsstrategien.

Omnichannel kennt keine Grenzen!

3.      Legen Sie Wert auf das Design Ihrer Kanäle.

Wie sind die Kanäle, die Sie nutzen, aufgebaut? Ob Schaufensterfront, Laden-Design oder App: Gut gemacht, tragen diese Faktoren zur pro-aktiven Sensibilisierung bei.

4.      Investieren Sie an der richtigen Stelle.

Berücksichtigen Sie alle Faktoren, die zur Kaufentscheidung beitragen. Dazu gehören heute andere Aspekte als früher. So wird beispielsweise die After-Sales-Kommunikation immer wichtiger.

Weitere Vorträge der Reihe „Marketing intensiv“

Am 2. März 2016 referiert Dr. Mauel Trenz  über IT Consumerization. Am 13. April 2016 bringt der Lehrstuhlinhaber BWL, Prof. Dr. Daniel Veit, den Teilnehmern der Veranstaltungsreihe Digital Business Models näher. Beide Veranstaltungen finden in der Universität Augsburg statt.

Den Artikel und die Impressionen zum Beginn der Veranstaltungsreihe im vergangenen Jahr finden Sie hier:

Prof. Dr. Riegl: "Warum Unternehmen ihr Marketing grundlegend verändern müssen"

Dr. Dornach: „Marketing ist noch nicht im Mittelstand angekommen“

Prof. Dr. Uhl: „Die Marke ist tot. Es lebe die Marke!“

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