Nach Bauverzögerungen

Post SV feiert Richtfest im Augsburger Sheridan Park

Heinz Krötz, Präsident des Post SV. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Am 19. Oktober konnte nun rund fünf Monate nach der Grundsteinlegung das Richtfest für den Neubau des Post SV gefeiert werden. Damit liegt das Bauprojekt zwischen vier und sechs Wochen hinter den Ursprungsplanungen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

„Für den Post SV ist dieses Projekt in seiner 90-jährigen Vereinsgeschichte ein Mega-Meilenstein“, erklärte Heinz Krötz, Präsident des Post SV. „Begonnen haben wir sehr positiv, da wir schon bei der öffentlichen Ausschreibung eine Vielzahl an Bietern hatten und mit der PORR Deutschland GmbH, die unsere Budgeteinschätzungen fast punktgenau traf, einen kompetenten und großen internationalen Konzern verpflichten konnten“, berichtet Krötz. Doch politische Befindlichkeiten verhinderten laut Heinz Krötz jedoch eine schnelle Realisierung.

Frost und Kontaminierungen verschleppten Bauarbeiten

Beim Start traten weitere Probleme auf. Die für Augsburg nicht üblichen frostigen Temperaturen brachten eine komplette Überarbeitung der Fundamentsohle mit sich. „Zeit und Geld, das wir nicht unbedingt im Überfluss haben.“ Die Arbeiten im Untergeschoss und in der Tiefgarage wurden zudem im Sommer durch einige Kontaminierungsvorfälle – „die leider immer noch nicht zu unserer Zufriedenheit mit der AGS abgestimmt werden konnten“ – verlangsamt.

Klage gegen Lärmemission und Lichtimmission

Hinderlich war auch ein Termin beim Verwaltungsgericht. Die Stadt Stadtbergen sowie Privatleute hatten wegen Lärmemission und Lichtimmission gegen die Stadt Augsburg und damit verbunden gegen die Baugenehmigung des Post SV geklagt. Das Gericht sprach sich für den Post SV aus. Anträge auf Zulassung zur Berufung beider Kläger beim Verwaltungsgericht brachten die Thematik seit dem 13. September aber wieder auf die Bildfläche.

Gebäude soll bis Jahresende „baudicht“ sein

Ein besonderes Ereignis war auch die Anlieferung der Deckenbinder für die große Sporthalle. Diese wurden mit einem Spezialtransporter angeliefert, wegen eines defekten Autokrans jedoch wieder zurück nach Schweinfurt geschickt. Am 22. September 2017 fand dann der zweite und erfolgreiche Versuch statt. Nun hofft der Post SV, bis zum Wintereinbruch das Gebäude „baudicht“ zu bekommen. „Falls nicht, könnte man das für uns als mittlere Katastrophe bezeichnen, da wir uns natürlich sowohl personell als auch finanziell einen engen Zeitrahmen gesteckt haben“, betonte der Präsident des Vereins.

200 Gäste verfolgen das Richtfest des Post SV

Preisaufschläge machen dem Projekt zu schaffen

Was die Kostenseite betrifft, befände sich das Projekt „noch relativ im grünen Bereich“. Geplant wurde der Neubau vor sieben Jahren. „Wir hatten gegenüber unseren Budgetschätzungen, die aus dem Jahre 2011/2012 stammten und aufgrund der Baukonjunktur bereits eine nicht unerhebliche Projektanpassung auf 13,9 Millionen Euro vorgenommen. Darüber hinaus konnte aber niemand die mittlerweile völlig üblichen Preisexplosionen am Markt vorhersagen“, so Krötz. Einige Gewerke hätten Preisaufschläge von 20, 30 oder gar 40 Prozent.

„Viele sportaffine Mittelstandsfirmen im direkten Umfeld“

Nichts desto trotz ist der Post SV vom Standort und dem Neubau überzeugt. „Im sportlichen Umfeld sind wir derzeit auf dem Sheridan-Areal der einzige Sportverein und nach unserem derzeitigen Kenntnisstand auch der einzige im Postleitzahlenbereich 86157 überhaupt. Durch den nahegelegenen Wohnbau, aber auch durch die vielen sportaffinen Mittelstandsfirmen im direkt benachbarten Umfeld sehen wir sehr gute Voraussetzungen, um unsere Visionen umsetzen zu können“, betonte der Präsident nachdrücklich. Auch eine Kooperation mit dem benachbarten Ärztehaus könne man sich vorstellen. Für die Bewirtschaftung des Bistros konnte der Post SV die DTS Catering gewinnen, vermittelt durch die Kragler Immobilien GmbH.

Krötz: Sportverein sind für die Gesellschaft wichtig

„Wenn man den Prognosen glauben darf, werden leider immer mehr Vereine zukünftig von der Bildfläche verschwinden: Mangels Ehrenamt, mangels Geld, mangels Zeit. Daher hoffe ich, mit diesem Projekt eine entsprechende Attraktivität der Öffentlichkeit zu vermitteln, wie gut und wie wichtig ein Sportverein für die Gesellschaft ist“, so Krötz abschließend zum Neubau des Post SV.

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