Zu geringe Investitionen

Knöll: Schwabens Unternehmer lassen Chancen ungenutzt

Frank Hoppe, Seniorberater, Prokurist und Knöll-Standortleiter in Augsburg. Foto: KNÖLL/www.photoresque.de
Gerade im Hinblick auf Industrie 4.0 sind Investitionen für Unternehmen wichtig. Doch obwohl sich der Mittelstand in vielen Branchen auf Wachstumskurs befindet, wird oft zu wenig investiert. Welches Potential Unternehmen damit verschenken, weiß Frank Hoppe, Standortleiter der Knöll Finanzierungsberatung für Familienunternehmen GmbH in Augsburg.

„Nach unserer Wahrnehmung wird insgesamt angesichts der guten Konjunkturlage zu wenig investiert“, so Frank Hoppe. Derzeit investieren Unternehmen vorwiegend in Grundstücke und Gebäude sowie in deren Erhaltung. „Die Investitionen in ‚Industrie 4.0‘ sind im Mittelstand noch nicht so offensichtlich, da viele Firmen noch auf der Suche nach der unternehmensspezifischen Antwort zu diesem Schlagwort sind. Gerade Erweiterungs-Investitionen und Investitionen zur Produktivitäts-Steigerung sind so einfach und günstig wie noch nie zu finanzieren – diese Chance wird noch nicht überall im Mittelstand ausreichend ergriffen“, weiß Hoppe.

„Bestehende Geschäftsmodelle müssen angepasst werden“

„Künftige Investitions-Schwerpunkte werden sicherlich in den Bereichen Software, IT sowie Mitarbeiterausbildung oder auch ausländischen Beteiligungen liegen. Allesamt Vermögensgegenstände, die von Banken nicht oder nur schwer bewertet und finanziert werden können“, betont der Standortleiter. Dennoch befindet sich der deutsche Mittelstand in vielen Branchen auf Wachstumskurs.

Weshalb dieses Wachstum von so großer Bedeutung ist, erklärt Hoppe: „Wachstum ist unter anderem deswegen so wichtig, da die Digitalisierung und Vernetzung der Industrie neue Rahmenparameter auf den Märkten schafft. Bestehende Geschäftsmodelle müssen angepasst werden oder können ebenso stark unter Druck geraten. Wichtig ist es jedoch, den Wandel als Chance zu begreifen, auch um durch Wachstum neue Märkte und Kunden zu gewinnen.“

Wachstum als Verteidiger der Marktposition

Darüber hinaus diene Wachstum zur Verteidigung der eigenen Marktposition. Auf dieses Weise hat der Mittelstand zum einen die Chance, seine Innenfinanzierungs-Kraft zu stärken. Zum anderen ist die Aussicht auf ein stabiles und wachsendes Geschäft auch attraktiv für Kapitalgeber, weiß Hoppe. Denn das gute Geschäft bietet Sicherheit für das Investment in den Mittelstand. Außerdem kann es so mit dem Mittelstand mitwachsen.

Finanzierung der Mittelständler im Wandel

Für Investitionen braucht der Mittelstand jedoch Kapitalgeber und das müssen nicht zwingend die Banken sein: „Die Finanzkrise hat dem Mittelstand vor Augen geführt, dass Finanzierungs-Quellen auch vonseiten der Anbieter her versiegen können. Seitdem stellen sich die Champions unter den Mittelständler in der Finanzierung vermehrt breiter auf – weniger auf Banken gestützt bis hin zur Finanzierung ohne Bank“, so Hoppe. Die Alternativen seien hier breitgefächert: von Fintechs, die schnelle Finanzierung in unterschiedlichen Bereichen anbieten, über Supply Chain Finance, also Finanzierungen entlang der Wertschöpfungskette, bis hin zu institutionellen Investoren.

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