Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. | ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Equal Pay Day: Frauen arbeiten rund 79 Tage umsonst

Equal Pay Day 2016 in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Mit Bildergalerie: Vom 1. Januar bis zum 19. März – das sind rund elf Wochen. Elf Wochen, die Frauen statistisch gesehen umsonst arbeiten. Darauf möchte der Equal Pay Day aufmerksam machen. Im Vorfeld finden heute deutschlandweit Kundgebungen statt. Ab 13 Uhr geht es auf dem Augsburger Rathausplatz los.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

„In diesem Jahr sind es 79 Tage, die Frauen ab Jahresbeginn bis zum 19. März umsonst arbeiten. Seit Jahren steht diese Zahl da wie in Beton gegossen. Das zeigt, wie wichtig der Equal Pay Day 2016 ist“, erklärt Henrike von Platen, Präsidentin BPW Germany. Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen rund 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Equal Pay Day soll darauf aufmerksam machen, wie groß die Hürde auf dem Weg zur Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt noch ist.

vbw spricht von zwei Prozent

Zu den vorgestellten Zahlen zur Lohnzahlungslücke meldete sich auch der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zu Wort. Dieser sieht den Unterschied geringer an. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) liegt der Lohnunterschied bei nur zwei Prozent. Hier werden Faktoren wie Teilzeitbeschäftigung, Bildungsstand und Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie der Umfang familienbedingter Auszeiten mit einberechnet. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte: „Betrachtet man die bereinigte Lohnzahlungslücke, also den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen, die das gleiche Qualifikationsniveau haben, die gleiche Berufserfahrung aufweisen und in derselben Branche arbeiten, ergibt sich ein minimaler Unterschied.“

Emilia Müller: „Das darf man nicht klein reden“

Davon lassen sich die Veranstalter des Equal Pay Day jedoch nicht beeindrucken: „Auch wenn sich so rund zwei Drittel der Lohnlücke erklären lassen, offenbaren sich dadurch strukturelle Unterschiede. Das darf man nicht klein reden“, erklärte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller. „Jede Arbeit ist wertvoll. Insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel müssen wir den Wert sozialer Berufe erkennen. Die in diesem Bereich tätigen Menschen leisten einen sehr wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Deshalb kämpfen wir weiterhin für Entgeltgleichheit. Wir sind erst zufrieden, wenn der Equal Pay Day auf den ersten Januar fällt.“

Equal Pay Day wird mit über 1.000 Kundgebungen unterstützt

Veranstaltet wird der Equal Pay Day bereits seit 2008. In dieser Zeit wurde viel für die Entgeltgleichheit getan. Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, betonte daher erneut: „Das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit ist richtig und notwendig, um das Recht auf gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit auch durchzusetzen.“ Mehr als 1.000 Aktionen und Kundgebungen sind zu diesem Thema für heute, 18. März, deutschlandweit geplant. In Augsburg geht es ab 13 Uhr auf dem Rathausplatz los.

Equal Pay Day: Kundgebung auf dem Augsburger Rathausplatz
Equal Pay Day 2016 in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben