Zwei Franchisenehmer stellen Insolvenzantrag

Dunkin‘ Donuts-Betreiber in der Krise: Augsburg nicht betroffen

Die Dunkin' Donuts Filiale in Augsburg hat erfolgreich eröffnet. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Dunkin' Donuts hat erst vor wenigen Tagen in Augsburg eröffnet. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass zwei der deutschen Dunkin‘ Donuts-Franchiser Insolvenz anmelden mussten. Ob sich das auf den erst vor wenigen Wochen eröffneten Standort in Augsburg auswirkt, erklärte Jari Stus, Dunkin‘ Donuts-Geschäftsführer Süddeutschland, auf Nachfrage unserer Redaktion.

Für den neueröffneten Standort in Augsburg konnte Jari Stus Entwarnung geben: „Betroffen sind ausschließlich Filialen in Berlin und Nordrhein-Westfalen. Die Gründe für die Insolvenz sind daher mit großer Sicherheit beim Management zu suchen, nicht bei der Marke Dunkin‘ Donuts. Insgesamt betreibt Dunkin‘ Donuts rund 13.500 Filialen, allein dieses Jahr kommen rund 800 weitere dazu. Das Problem liegt damit eindeutig nicht bei der Marke“, ist Stus sicher.

„Dunkin‘ Donuts ist hier ganz klar auf Expansion ausgerichtet“

In Augsburg liegt eine hervorragende Eröffnung hinter uns. Wir sind sehr zufrieden mit dem großen Andrang der ersten Tage. Auch insgesamt befinden wir uns im Raum Süddeutschland auf Wachstumskurs. Derzeit werden hier 19 Filialen betrieben, weitere drei befinden sich bereits im Bau. Dunkin‘ Donuts ist in der Region ganz klar auf Expansion ausgerichtet“, unterstreicht der Dunkin‘ Donuts-Geschäftsführer Süddeutschland.

Neues, nachhaltigeres Konzept

Damit will sich Dunkin‘ Donuts jedoch nicht zufrieden geben, auch am Konzept der Kette soll sich in den nächsten Jahren einiges ändern. So will das Unternehmen nach und nach auf biologisch abbaubare Verpackungen umsteigen. Dunkin‘ Donuts unterstreicht damit klar das Bestreben, nachhaltig zu agieren und zu wirtschaften. „Gerade Verpackungen wie Becher oder Strohhalme sollen schon bald nicht mehr in Plastik sondern in vollständig biologisch abbaubaren Materialien ausgegeben werden“, so Stus.

Mietverträge von mindestens zehn Jahren Laufzeit

Daneben zeigt sich Stus auch für die Filialen im Raum Berlin und Nordrhein-Westfalen optimistisch. „Selbstverständlich wird es einen Wechsel im dortigen Management geben. Einzelne Filialschließungen sind dennoch nicht ausgeschlossen, diese werden sich aber im Rahmen halten. Auch allgemein sollen keine Filialen geschlossen werden – der Marke Dunkin‘ Donuts geht es gut. Außerdem vereinbaren wir für die Filialen grundsätzlich lange Mietverträge, mindestens von zehn Jahren Laufzeit“, erklärt Stus abschließend.

Löhne und Gehälter bis Ende September gesichert

Die beiden Franchisenehmer Will Coffee GmbH und S&C International GmbH hatten am 31. Juli 2017 Insolvenzantrag gestellt. Die Will Coffee GmbH beschäftigt in Nordrhein-Westfalen 67 Mitarbeiter in zehn Filialen sowie einem Produktionsstandort. Die S&C International GmbH mit insgesamt 196 Mitarbeitern betreibt einen Produktionsstandort und 20 Filialen in Berlin sowie zwei Filialen in Leipzig. Vonseiten des Unternehmens heißt es, dass Löhne und Gehälter der Mitarbeiter bis Ende September über das Insolvenzgeld gesichert seien. 

Investorenlösung in Arbeit

Der dortige Geschäftsbetrieb wurde inzwischen stabilisiert. So bereitet Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger, vorläufiger Insolvenzverwalter von der Kanzlei White & Case, derzeit einen strukturierten Investorenprozess vor. Dabei werden potenzielle Interessenten für eine Übernahme gezielt recherchiert und angesprochen. Eine Reihe von Interessenten hat sich bereits von sich aus gemeldet. „Die zahlreichen Anfragen potenzieller Investoren zeigen, dass die Marke und das Geschäftsmodell attraktiv sind", so Schulte-Kaubrügger. „Das sind gute Voraussetzungen für eine Investorenlösung." Parallel dazu wird auch die Möglichkeit eines Insolvenzplans geprüft, das heißt einer Art Vergleich mit den Gläubigern. Untersützt wird der derzeitige Sanierungskurs von der Dachmarke aus den USA.

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