Von Schweißpunkten und Seemeilen

Digitalbonus Bayern: Schwäbische Bescheide in Augsburg überreicht

Ilse Aigner und Franz Josef Pschierer überreichten sechs Unternehmen ihre Förderbescheide. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Industrie 4.0 heißt nicht nur, sich digital zu vernetzten. Auch der Austausch untereinander wird ein entscheidender Faktor bleiben. Was die Digitalisierung mit Schweißpunkten und Seemeilen zu tun hat, wurde auf der Veranstaltung „Bayern Digital“ erklärt.

Zu dieser waren Unternehmer aus ganz Schwaben nach Augsburg gereist. Im Haus der IHK bot sich ihnen die Gelegenheit, sich über den Digitalbonus Bayern zu informieren – das neuste Fördermodell des Freistaats. Gleichzeitig motivierten die Veranstalter ihre Gäste, sich auch untereinander zu vernetzten und ihr Know-how zu teilen. Es gehe dabei um Inspiration und nicht um Ideen-Klau.

Neue Verkaufs-Modelle

Ein praktisches Beispiel berichtete dazu Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben: Ein Roboterbauer stellte kürzlich die Idee vor, statt Robotern nur deren produzierte Schweißpunkte zu verkaufen. Genau so viele, wie der Kunde benötigt. Dies stieß bei einem anwesenden Bauer von Schiffsmotoren die Idee an, seinen Kunden Seemeilen zu verkaufen.

Aigner stellt Bayern Digital in Augsburg vor

Digitalisierung trifft alle Unternehmens-Bereiche

Digitalisierung kann Unternehmer und Betriebe also auf vielfältigen Wegen begegnen. Diese gelte es nun zu erkennen und umzusetzen. „Wenn es ein Land schafft, dann ist es der Freistaat Bayern“, ist sich Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner dabei sicher. Dem voran gehe jedoch noch viel Überzeugungs-Arbeit. Die Angst sei groß – gerade bei kleinen und kleinst Unternehmen. Doch die Digitalisierung „wird jeden Unternehmens-Bereich tangieren“, erklärt Aigner. Es sei Zeit, sich für die Zukunft zu wappnen.

80 Millionen Euro im Förder-Topf

Dass dies nicht alleine geht, weiß auch der Freistaat. Daher hat Bayern den Digitalbonus ins Leben gerufen. „Das ist die Koalition mit Unternehmen“, wie Kopton es nannte. Vier Jahre lang stehen hier insgesamt 80 Millionen Euro Fördergelder für Unternehmen bereit. Nicht nur namenhafte Automobil-Hersteller profitieren hiervon. Die Mittel sollen gerade kleinen und kleinst Unternehmen helfen. „Es ist uns wichtig gewesen, in allen Regionen für den Digitalbonus Bayern zu werben. Wir wollen Digitalisierung in alle Betriebe bringen“, erläutert Ilse Aigner.

Förderbescheide für sechs schwäbische Unternehmen bereits ausgestellt

Die ersten 1.000 Anträge wurden bereits mit einem Volumen von rund einer Millionen Euro gestellt. Sechs schwäbischen Unternehmen wurde am Montag-Nachmittag, 20. März, sogar schon der Förderbescheid überreicht. „Das zeigt wie immer und ohne Überraschung, dass hier in Schwaben Gas gegeben wird“, so Aigner. Schließlich geht es um Wettbewerbs-Vorteile, wie der IHK Schwaben Präsident ergänzend betonte. Staatssekretär Franz Josef Pschierer machte es sogar noch deutlicher: „Die Schnellen hängen die Langsamen ab.“ Es sei höchste Zeit, sich dem Thema anzunehmen. Die Industrie- und Handelskammer Schwaben, die Handwerkskammer für Schwaben und der Freistaat stünden Unternehmen dabei beratend zur Seite. 

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben