IdA BayernTurbo

Bayerisches Integrations-Projekt zeigt erste Erfolge in Neusäß

Firmenbesuch in Neusäß. Foto: ibw - Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Das Neusäßer Unternehmen Bormann EDV + Zubehör beschäftigt zwei junge Flüchtlinge im Betrieb. Diese absolvieren im Rahmen des „IdA BayernTurbo“ derzeit eine Einstiegs-Qualifikation. Bei einem Firmenbesuch erkundigten sich Roland Fürst (Bundesagentur für Arbeit Augsburg), Richard Greiner (Bürgermeister Stadt Neusäß), Johannes Hintersberger (Bayerischer Landtag), und Stephanie Ammicht (Geschäftsführerin vbw Schwaben), über die Fortschritte.

„Einen Asylbewerber zu integrieren ist zu Anfang auf alle Fälle ein erheblich höherer Aufwand, als einen normalen deutschen Jugendlichen auszubilden. Aber die Motivation und der Einsatzwille der ausländischen Bewerber ist den Mehraufwand wert. Barrieren wie Sprache und Kultur sind natürlich Hindernisse, wir gehen aber davon aus, dass diese nach sechs bis 12 Monaten aus dem Weg geräumt sind“, erklärte Hans-Joachim Bormann, Geschäftsführer der Bormann EDV + Zubehör GmbH. Diese Barrieren sind für die Initiatoren des Projekts keine Neuheit.

Sprachkenntnisse sind das A und O

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, betonte im Vorfeld des Firmen-Besuchs, dass beim IdA BayernTurbo der Fokus auf Sprachförderung, frühzeitiger Kompetenz-Feststellung, Berufs-Orientierung und Praktika liegt. „Unsere bisherigen Erfahrungen bestätigen, dass deutsche Sprachkenntnisse das A und O für die gesellschaftliche und berufliche Integration sind.“

Auch Johannes Hintersberger bestätigte: „Das Projekt ‚Integration durch Arbeit‘ zeigt einmal mehr, dass gerade das frühzeitige Erlernen der deutschen Sprache für Flüchtlinge der Schlüssel zu einer beruflichen Perspektive und zu langfristiger Integration ist.“ Hintersberger wies weiter darauf hin, dass eine „enge Verzahnung von Sprachkursen mit Elementen der beruflichen Orientierung und Qualifizierung“ die Basis für qualifizierte Tätigkeiten sei.

Praktika als zentraler Baustein

„Der BayernTurbo ist ein Beispiel für ein attraktives Angebot für jugendliche Geflüchtete, die bereits eine gewisse Vorbildung mitbringen. Dabei sind Praktika ein zentraler Baustein“, ergänzte Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg. „Eines ist aber auch klar: Selbst wenn uns über den BayernTurbo der Einstieg in die Ausbildung gelingt, wird es weiterer Anstrengungen bedürfen, die jungen Menschen erfolgreich zum Gesellenbrief zu führen.“

vbw fördert Projekt mit 6,7 Millionen Euro

Das IdA BayernTurbo ist Teil des Maßnahmen-Programms „IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit“, welches die vbw gemeinsam mit der Staatsregierung und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit aufgelegt hat. Finanziell engagiert sich die vbw mit 6,7 Millionen Euro daran. Das Projekt bereitet 1.000 jugendliche Flüchtlinge und Asylbewerber mit hoher Bleibeperspektive und guter Vorbildung innerhalb von einem halben Jahr auf eine betriebliche Ausbildung oder Einstiegs-Qualifizierung (EQ) in bayerischen Unternehmen vor. „Von den 134 Teilnehmern, die in Schwaben in das Projekt gestartet waren, konnten bisher 34 Teilnehmer in eine Ausbildung, eine Beschäftigung oder eine Einstiegs-Qualifizierung vermittelt werden. Somit haben wir in Schwaben mit einer Integrations-Quote von rund 26 Prozent ein gutes Ergebnis erreicht. Wir gehen davon aus, dass weitere Bemühungen diese Quote noch verbessern“, so Bertram Brossardt.

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