„Wir haben einen schweren Stand“

Bayerischer Versteigerer Verband trotzt Herausforderungen

Dr. Ulf-D. Lorenz und Dipl.-Ing. Peter Kragler. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
20 Mitglieder zählt der Bayerische Versteigerer Verband mittlerweile. Seit 65 Jahren treffen sich die Auktionatoren, beratschlagen sich und tauschen sich aus. Besonders erfreulich für den Verband und seine Mitglieder: Auch der Präsident des Bundesverband deutscher Auktionatoren e.V., Dr. Ulf-D. Lorenz, kam zur Versammlung nach Augsburg.

Der Verband wächst stetig und sei wohl „einer der umtriebigsten der Landesverbände“, wie Präsident Dipl.-Ing. Peter Kragler erklärt. Er hieß 14 der Mitglieder im Sheridan Management Center (SMC) zur ersten Mitgliederversammlung in diesem Jahr am 19. September willkommen. Er dankte dabei Dr. Lorenz nochmals für seine Anreise aus Berlin.

Kein zentrales Verzeichnis aller Auktionatoren

Der Bundesverband hatte erst vor kurzem seinen Sitz nach Berlin verlegt, damit „nicht über, sondern mit den Auktionatoren entschieden wird“, wie Dr. Lorenz erklärte. Die räumliche Nähe zu den Ministerien sei hier hilfreich. Zwar habe es eine Weile gedauert, doch mittlerweile sei man in Verteilern einiger Gremien und Entscheider gelandet. „Wir haben einen schweren Stand“, resümierte Dr. Lorenz. Dies begründe nicht zuletzt auch darin, dass es kein zentrales Verzeichnis öffentlich bestellter Auktionatoren gebe. Die Zahl der praktizierenden Berufsgenossen sei so nicht genau zu ermitteln. Dies behindere ein gebündeltes Auftreten enorm.

Bayerischer Versteigererverband trifft sich in Augsburg

„Wir wollen eine Institution schaffen“

Ein Problem, das auch den Bayerischen Versteigerer Verband und seine Mitglieder beschäftigt: Die Zuständigkeit für ein Verzeichnis sei nach wie vor nicht geklärt. Dies erschwere nicht nur die Akquise neuer Mitglieder, sondern mindere so auch den Druck auf den Gesetzgeber, wenn es um Themen wie ein einheitliches Bildungsprogramm geht. Bisher seien Fachkompetenzen kein ausschlaggebendes Kriterium, um als öffentlich bestellter Auktionator vereidigt zu werden. Dazu fehle es auch an Strukturen. „Wir wollen eine Institution schaffen“, erklärte der Präsident des Bundesverbandes. Nötig sei dazu ein klares Konzept und ein gemeinschaftliches Auftreten aller Betroffenen. So soll auch das Berufsbild an sich besser geschützt werden.

Zuständigkeit nicht geklärt

„Wir müssen alle öffentlich Bestellten an einen Tisch zusammenbringen“, bestätigte auch Kragler. Dabei beklagte er, vonseiten der IHK Schwaben und der Regierung von Schwaben bisher nur negative Reaktionen bezüglich eines Sachverständigen-Verzeichnis zu vernehmen. Beide bezeichneten sich seiner Aussage nach als „nicht zuständig“. Es sei hier noch „kein Land in Sicht“.

Fachtagung in Augsburg

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung folgte eine Fachtagung, bei der unter anderem MdB Dr. Volker Ullrich und Rechtsanwalt Julian Modi von Sonntag & Partner sprachen. Themen des Nachmittags waren beispielsweise „Internetrecht“, „Fälschungen“ und „Digitalisierung“.

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