Kommentar

Baustellen-City: Augsburg wächst

Im Westen Augsburgs entsteht derzeit der Sheridan Tower. Foto: Rebecca Weingarten / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Zahlreiche Bau-Projekte verändern das Erscheinungsbild Augsburgs. Die Stadt Augsburg wird ihrem Ruf als Baustellen-City derzeit mehr als gerecht – und zwar auf die allerbeste Art und Weise.

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Absperrband und flatterten an einer Baustelle im Wind. Gut, es wäre ein bisschen dreckig, kalt und laut. Vielleicht fühlen Sie sich auch in luftiger Höhe wohler und wären lieber ein Kran. Hoch über den Dächern der Stadt bekämen Sie mal dieses, mal jenes Stadtviertel zu Gesicht. Mal wären Sie hautnah beim Untergang der Textilindustrie dabei und würden an einem anderen Tag helfen, ein neues Wahrzeichen für die Fuggerstadt zu errichten. In beiden Fällen bekämen Sie schon heute einen exklusiven Einblick in eine der spannendsten Branchen, die Augsburg nachhaltig prägen. Denn mal Hand aufs Herz: Wie oft fahren Sie an einer Baustelle vorbei und fragen sich, was hier wohl gerade entsteht?

Ob im Sheridan Park, im „Augsburg Innovationspark“, im Gewerbegebiet Lechhausen Nord, am Klinikum Augsburg oder am Hauptbahnhof: An allen Ecken und Enden der Fuggerstadt entstehen Neubauten. Zahlreiche weitere befinden sich derzeit in Planung. Im Süden der Fuggerstadt mit wird dem Projekt Weitblick 1.7 ein neues Wahrzeichen geplant. Ein weiteres entsteht derzeit im Augsburger Westen: Der Sheridan Tower.

Mit diesen zahlreichen Neuansiedlungen, Großprojekten und der wachsenden Einwohnerzahl kommen auch neue Herausforderungen auf Augsburg zu. Das Verkehrsaufkommen steigt an. Wie viel Verkehr verkraftet die B17? Wächst die Infrastruktur adäquat mit? Was ist Augsburgs Antwort auf diese Herausforderungen? Viele Kritiker sehen hier einen Bau-Wahn, ganz nach dem Motto „Ist Augsburg denn nach 2.000 Jahren immer noch nicht fertig?“.

Wie man es drehen und wenden mag: Baustellen sind das Sinnbild für Veränderungen. Zugegeben: Diese sind immer auch anstrengend. Wichtiger ist es jedoch, etwas anderes zu bemerken: Die Stadt entwickelt sich immer mehr hin zu einem Premium-Standort. Neue Unternehmen siedeln sich an, bereits etablierte wollen hier wachsen. Konfliktpotential wird dabei – allein schon aufgrund des steigenden Preis- und Flächendrucks – nicht ausbleiben. Doch diesen Wandel und damit die Zukunft aktiv mitgestalten kann nur, wer am Puls der Zeit und offen für Neues bleibt. Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag errichtet.

 

Tipp der Redaktion: Mehr Infos rund um diese spannende Branche finden Sie in unserem aktuellen Frühjahrsthema Gewerbe Bau & Immobilien.

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