Stadt Augsburg

Augsburger Wassertürme bald UNESCO-Welterbe?

Die Augsburger Wassertürme zählen zu den ältesten in Mitteleuropa. Foto: B4B SCHWABEN

Augsburg will UNESCO Welterbe werden. Die ältesten Wasserwerke und –türme stehen in der schwäbischen Großstadt. Das hat auch eine Vergleichs-Studie belegt, die in Buchform veröffentlicht wurde.

Für unsereiner ist die Trinkwasser-Versorgung lange kein Problem mehr. Jeder Haushalt in unseren Breitengraden besitzt mindestens zwei Wasserhähne in Küche und Bad. Hingegangen, aufgedreht und schon fließt das Wasser aus dem Hahn. Längst vergessen scheinen Zeiten, in der solch einen Luxus noch nicht selbstverständlich war und als Brunnen oder Wasserzisternen die Menschen noch mit Wasser versorgten.

Geschichte der historischen Wasserversorgung in Augsburg

Erst ab 1400 verbreitete sich aus dem Süden über die Alpen eine technologische Revolution. Erste Vorläufer zentraler städtischer Trinkwasser-Versorgung erleichterten die Versorgung mit Wasser: Von Wasserrädern angetriebene Kolbenpumpwerke waren besonders für Städte, die hoch über weiten Flussauen lagen, eine innovative Lösung. Ebenfalls profitierten Orte, die keine Möglichkeit zur Einrichtung von Gefälleleitungen hatten von der neuen Technologie.

Wassertürme wie in Augsburg waren Privileg

Aufwendig war sie allemal, die Technik für die damalige Innovation. Entsprechend blieb die Pumpwerkstechnik lange Zeit auch nur reichen Städten vorbehalten. Ausgestattet mit dem Privileg waren Städte wie Lübeck und Prag, Halle und Bautzen oder Ulm und München. Braunschweig, Hamburg und Jahrzehnte später auch Nürnberg, pumpten seit dem 15. und 16. Jahrhundert Trinkwasser in Wassertürme. Von dort wurde es dann in öffentliche Brunnen verteilt. Damit die Städte sich mit Hilfe der Wassertürme versorgen konnten, wurde ein gewisser Aufwand betrieben. Zumeist wurden mittelalterliche Wehrtürme in der Stadtmauer ausgebaut und aufgestockt.

Augsburg bewirbt sich mit Vergleichsstudie um UNESCO Welterbe

In Augsburg stehen die ältesten erhaltenen Denkmäler dieser frühen Form zentraler Trinkwasser-Versorgung. In der schwäbischen Großstadt stehen die beiden ältesten Wasserwerke sowie die drei ältesten Wassertürme Deutschlands und vermutlich auch Mitteleuropas. Deswegen möchte Augsburg auch in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen werden. Um zu belegen, dass in Augsburg die ältesten Zeugnisse der frühen Wasserversorgung stehen, hat die Stadt auch eine Vergleichsstudie aufgegeben.

Wassertürme sollen Augsburg auf Liste des UNESCO Welterbes bringen

Martin Kluger, der Autor der Vergleichsstudie, hat die Ergebnisse der Recherchen in einem Buch veröffentlicht. Auf 112 Seiten sind die Fakten nachzulesen, die den Stellenwert der historischen Augsburger Wasserwirtschaft belegen. Über 150 Abbildungen illustrieren den geschichtsträchtigen Stoff zu „Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst. Die historische Augsburger Wasserwirtschaft und ihre Denkmäler im europaweiten Vergleich“. Wissbegierige können die beiden Wassertürme, der Große und der Kleine im Augsburger Wasserwerk am Roten Tor besichtigt werden. Mehr dazu sowie zur Interessen-Bekundung der Stadt Augsburg kann man auf der Webseite der Regio Augsburg eingesehen werden.

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