Tradition, Geschichte, Symbiose

Augsburg feiert 650 Jahre Fugger im Goldenen Saal

Beate Merk (m.) und Dr. Kurt Gribl (r.) mit Mitgliedern des Fugger'schen Familienseniorats. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Mit einem Empfang im Goldenen Saal am Montag, 16. Oktober, würdigt Augsburg das stadtgeschichtlich prägende Engagement der Familie Fugger. Rund 400 Gäste kamen zum Jubiläum nach Augsburg. Ministerpräsident Horst Seehofer, der sich als Gast des Fugger-Festakts angekündigt hatte, lies sich von Europaministerin Dr. Beate Merk vertreten.

„Es ist die Erfolgsgeschichte einer schwäbischen Kaufmanns-Familie“, leitete Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl seine Begrüßung ein. Die 18. Generation ist es mittlerweile, die die Stiftungen der Familie Fugger weiterführt. „Wenn es der Stiftung gut geht, geht es auch Augsburg gut“, ist sich der Oberbürgermeister sicher. Angefangen hat alles vor 650 Jahren.

Die Fugger erobern Augsburg, Schwaben und die Welt

Im Jahr 1367 zog der erste Fugger, Hans Fugger, nach Augsburg. Von hier aus nahm die Familie auf Entwicklungen in ganz Schwaben und Bayern Einfluss. Auch den Frauen der Fugger wurde dabei eine große Rolle zuteil. Nach dem Tod von Hans Fugger übernahm seine Ehefrau die Geschäfte bevor ihre Söhne das Vermögen weiter mehrten. Am bekanntesten ist wohl Hans Fuggers Enkel, Jakob Fugger. Er wird oft als erster „Global Player“ bezeichnet. Und auch heute noch spielt der Familienname in der Stadt zwischen Lech und Wertach eine wichtige Rolle – auf ökonomischer, sozialer, politischer und religiöser Basis.

Die älteste Sozialsiedlung der Welt

„Die Familie wirkt noch immer in der Fugger'schen Tradition gelebter Verantwortung für die Stadtgesellschaft Augsburgs und unsere bayerische Heimat. Die Einrichtung der Fuggerei, der heute ältesten Sozialsiedlung der Welt, ist nicht nur eine berühmte touristische Sehenswürdigkeit. Sie ist bis heute eine mildtätige Wohnhilfe für bedürftige katholische Bürgerinnen und Bürger Augsburgs. Der Jahresmietzins von 0,88 Euro und das tägliche Gebet eines Vaterunsers, eines Glaubensbekenntnisses und eines Ave Marias für den Stifter und die Stifterfamilie sind einzigartig und an Symbolkraft aus der Entstehungszeit der Fuggerei an der Schwelle zur Frühen Neuzeit nicht zu übertreffen“, betonte Gribl. Die Geschichte Augsburgs sei untrennbar mit dem Namen Fugger verbunden. Unter den historischen Stätten ist die Fuggerei das am meisten besuchte Gästeziel der Stadt.

Zahlreiche Gäste kamen zum Empfang in den Goldenen Saal. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN Zahlreiche Gäste kamen zum Empfang in den Goldenen Saal. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

 

„Gemeinsame Geschichte stiftet Heimat und Identität“

Wie die Verantwortung bis heute gelebt wird, wer die Fugger heute sind, und wie der Fugger'sche Familienseniorat das Vermögen und die neun Stiftungen fortentwickelt, beleuchteten die Vertreter der drei Linien der Familie Fugger: Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger, Senioratsvorsitzende der Fugger'schen Stiftungen, Gräfin Maria-Theresia Fugger von Glött und Alexander Erbgraf Fugger-Babenhausen. Über 400 geladenen Gästen aus Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Bewohnern der Fuggerei folgten ihren Ausführungen. „Die Beziehung zwischen Augsburg und Fugger ist höchst lebendig“, so Maria-Elisabeth Gräfin Thun-Fugger. „Wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit der Fuggerschen Stiftungen mit der Stadt Augsburg weiter zu stärken. Gemeinsame Geschichte stiftet Heimat und Identität. Dies bauen wir gerne aus, im Sinne unsere Bewohner, der Augsburger Bürger und natürlich der Besucher aus aller Welt.“

Talkrunde mit den Mitgliedern der Fugger'schen Familienseniorats. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN Talkrunde mit den Mitgliedern der Fugger'schen Familienseniorats. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

 

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