Freizeitwert

Wittelsbacher Land: Tourismus mit Biodiversität stärken

Der Arbeitskreis bei der Besichtigung der Straßenrandstreifen. Foto: Ramona Riederer, 2017
Der Arbeitskreis „Landschafts- und Siedlungsentwicklung“ des Wittelsbacher Land e.V. will die Biodiversität entlang der Kreisstraßen erhöhen. So soll auch der Freizeitwert auf Radwegen gesteigert werden. Auch Naherholung und Tourismus können dadurch gestärkt werden.

Im ersten Moment erscheint die Thematik „Straßenrandstreifen“ nicht unbedingt als eines der Hauptthemen der regionalen Entwicklung. Doch blickt man in benachbarte Regionen, findet man einige Projekte, die sich seit längerem mit der Pflege von Straßenrändern und Böschungen innerorts aber auch überregional beschäftigen. Im benachbarten Landkreis Donau-Ries beispielsweise initiierte das Landratsamt die Aktion „Unser Landkreis blüht auf“. Hier wurden Infomaterialien, Anleitungen und verschiedene Samenmischungen erstellt, um private Gärten, öffentliche Wiesen und auch Säume an den Straßen in Wert zu setzen. Auch in der Stadt Nürnberg gibt es ähnliche Bestrebungen. Das Projekt „blühende Straßenränder“ richtet sich an das Pflegemanagement der straßenbegleitenden Lebensräume. Hier wurden verschiedene Strecken ausgewählt, kartiert und entsprechende Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität umgesetzt.

Erhöhter Freizeitwert durch Biodiversität

Auch im Wittelsbacher Land soll die Thematik an Bedeutung gewinnen. In einem der sechs Arbeitskreise des Wittelsbacher Land e.V. beschäftigen sich Experten im Rahmen der Lokalen Entwicklungsstrategie gemeinsam mit Bürgern mit Themen der Landschafts- und Siedlungsentwicklung. Das Thema „Erhöhung der Biodiversität an Straßenrändern“ ist seit 2016 nun regelmäßiger Bestandteil im Arbeitskreis. Dabei wird der Fokus vor allem auf die Kreisstraßen gelegt. In einer ersten gemeinsamen Befahrung untersuchte man nun vorab ausgewählte „Lernstrecken“ und „Entwicklungsstrecken“, quer im Landkreis verteilt. Dabei standen Strecken im Vordergrund, an denen Radwege entlangführen. Denn neben der Biodiversität soll auch der Freizeitwert und der „landschaftliche Genuss“ durch blühende Säume und Böschungen erhöht werden. So entstehen auch wertvolle Synergieeffekte in der Region.

Viele regionale Partner arbeiten zusammen

Dabei wurde deutlich, dass das Pflegemanagement an manchen Abschnitten bereits die Erhöhung der Artenvielfalt nachhaltig steigert. An anderen Strecken kann die Entwicklung noch unterstützt werden. Ziel ist es daher, gemeinsam verschiedene Handlungs-Empfehlungen und Vorgaben zu formulieren, wie das aktuelle Pflegemanagement verbessert werden kann. Im Arbeitskreis engagieren sich neben dem Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz und dem Sachgebiet Tiefbau/Bauhof des Landratsamtes sind auch der Landschaftspflegeverband und die untere Naturschutzbehörde wichtige Partner. Unterstützt werden sie dabei von Bürgern, die sich privat für die Themen interessieren.

Hintergrund

Der Wittelsbacher Land e.V. ist der Regionalentwicklungsverein für den Landkreis Aichach-Friedberg. Der Verein ist unter anderem zuständig für die sogenannte „Lokale Entwicklungsstrategie“. Sie beinhaltet verschiedene Ziele und Projektideen bis 2020. Mithilfe des Förderprogramms LEADER können manche Projekte auch durch den Verein finanziell mit EU- und Landesmitteln unterstützt werden. In den Arbeitskreisen des Vereins werden neue Projekte bzw. Ideen vorgestellt und weiter entwickelt. Dies reicht, neben der Siedlungs- und Landschaftsentwicklung, von neuen touristischen Projekten, kulturellen Maßnahmen, Ideen im Klimaschutz bis hin zu Unterstützung eines generationenfreundlichen Lebensraums.

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