Neue Impulse durch Augsburg AG

Neue Impulse durch Augsburg AG

Wafa Müller, OB Dr. Wengert, BVMW Schwab
Gestern Abend präsentierte Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Paul Wengert vor Wirtschaftsvertretern erstmals die Eckdaten zur "Augsburg AG", der Neukonzeption in Sachen Wirtschaftförderung. Eingeladen hatte der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) unter Leitung von Günter Schwab in die Firma Wafa Kunststofftechnik.
Gemeinsam mit Projektleiter Gerhard Leypoldt, dem Persönlichen Referenten des Oberbürgermeisters, welcher auch über Geschäftsleitungserfahrung in einem mittelständischen Unternehmens verfügt, präsentierte der OB sein Modell einer Teilprivatisierung der Wirtschaftsförderung in Augsburg. Stolz verwies er auf den besonderen Modellcharakter gemäß dem Motto " Augsburg geht vor" mit dem Ziel Verwaltungsvereinfachung bei gleichzeitiger Budgetentlastung in Zeiten strapazierter Haushaltslage.

Interessensbündelung mit Augsburg AG

Aufgabe der Augsburg AG sei es, die Interessen von Wirtschaft, Bürgern, Stadt sowie Institutionen und Initiativen zu bündeln. Gemeinsames Ziel sei es, den Standort Augsburg nach vorne zu bringen. Dies geschehe im Bewusstsein, dass die Motive der einzelnen Partner, sich an der Augsburg AG zu beteiligen, durchaus unterschiedlich sein können. Wengert verweist jedoch auf den Leitsatz, wonach "das Ganze mehr ist, als die Summe seiner Teile". Die Augsburg AG solle zunächst ein Unternehmernetzwerk innerhalb der Stadt schaffen und durch Direktmarketing für das Netzwerk Unternehmen aus dem In- und Ausland akquirieren. So sollen Geschäftsbeziehungen innerhalb des Netzwerkes angebahnt werden sowie Unternehmen in der Stadt angesiedelt werden. Im Bereich Business to Business sollen die Netzsysteme zu messbaren Synergien führen und branchenübergreifend die wirtschaftliche Situation der Einzelunternehmen, aber auch des Wirtschaftsraumes verbessern.

Finanzierung

An der Gesellschaft können sich Unternehmen, Bürger und Institutionen unmittelbar oder mittelbar beteiligen. Die Augsburg AG binde den Bürger durch Aktienrechte, vielfältige Bevorzugungen und ein ausgeklügeltes Bonussystem für unterschiedlichste Veranstaltungen ein. So seien die Interessen von Bürgern, Wirtschaft und Stadt in gleicher Form berücksichtigt. Mittelfristig zeige man sich überzeugt Aktionären Gewinne ausweisen zu können. Ab 2005 wolle man sich als börsennotierte AG finanzieren, bis dahin setzte man in punkto Finanzierung auf nicht "optimal genutzte Essets", wie beispielsweise Messe- und Eventvermarktung oder eine optimalere Vermarktung des Augsburger Internetauftrittes, welcher "sich hoher Zugriffszahlen erfreue".
Die Kontakte der Gesellschaft zur Stadt würden dadurch sichergestellt, dass jeweils ein Vertreter der Stadt dem Vorstand und dem Aufsichtsrat angehört. Vorstellbar sei ein zweiköpfiger Vorstand mit einem Vertreter aus der Wirtschaft und einem seitens der Stadt. Der Aufsichtsrat werde dann nach den Anteilsverhältnissen besetzt, generell stünden, so der OB, alle zuständigen Kammern und Wirtschaftsvereinigungen hinter dem Projekt. Die Stadt Augsburg wolle ihren Anteil an der geplanten AG bei 25,1 Prozent halten. Durch die Rechtsform AG seien flexible Beteiligungsverhältnisse möglich und gewünscht. Der genaue Business-Plan mit Finanzierung und benötigter Man-power werde in der nächsten Stadtratssitzung im September vorgestellt.

OB stellt Projektteam vor

Als Projektteam stellte der Oberbürgermeister Frank Maria Wiedenmann vor, in dessen Vita sich eine 32-jährige Erfahrung als Unternehmer im internationalen Marketing und Lehrtätigkeiten an verschiedenen Hochschulen findet. Wiedenmann, der die Wirtschaftsförderung in Deutschland, Schweiz, England und China erfolgreich betrieben hat und nicht ohne Stolz in seine Heimatstadt Augsburg zurückfindet, spricht von einer konzertierten Aktion. Schließlich gehört dem Projektteam Dr. Wolfgang Hübschle an, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung. Hübschle soll als Ansiedlungsbeauftragter des Oberbürgermeisters künftig die Schnittstelle zwischen der Gesellschaft und der städtischen Verwaltung bilden und die Belange ansiedlungswilliger Unternehmen als Stabstelle des Oberbürgermeisters referatsübergreifend vertreten. Weiteres Mitglied des Teams ist Inge-Maria Loza, die Leiterin des Direktoriums für Wirtschaft, Arbeit, interkommunale Zusammenarbeit und Europakoordination.

Schlagkraft der städtischen Wirtschaftsförderung erhöhen

Mit der Neuausrichtung der städtischen Wirtschaftsförderung solle das Regionalmarketing verstärkt und die Schlagkraft der städtischen Wirtschaftsförderung erhöht werden, ohne bisherige Angebote, etwa im Bereich kommunaler Betriebsberatung, einzuschränken. zudem gebe es neue, kundenorientierte Serviceleistungen. So werde das Informationsangebot für Kunden ausgebaut. Neben dem Standortsteckbrief, der in einem Kurzüberblick alle wesentlichen Fakten zum Standort Augsburg vermittelt, werde derzeit der Internetauftritt neu konzipiert. Erneuert werden auch die Standortkarten, in denen Objekte und Grundstücke für Industrie, Handel Gewerbe, Büro und Dienstleistung dargestellt sind. Diese werden erstmals ins Internet gestellt und ermöglichen die gezielte Suche nach bestimmten Beschaffenheitsmerkmalen. Regelmäßige Firmenbesuche und Veranstaltungen sollen eine möglichst flächendeckende Unterstützung der ansässigen Unternehmen gewährleisten. Außerdem werde nach dem Grundsatz One face, one customer ein zentraler Ansprechpartner vermittelt, der die stadtinternen Prozesse begleitet.
Die anwesenden Unternehmer zeigten sich erfreut dank dieser wirtschaftsnahen Zielsetzungen, bleibt zu hoffen, dass die Umsetzung gelingt.

Im Bild
Wirtschaftsförderung auf dem Vormarsch: von links: Frank Maria Wiedenmann, Wafa Inhaber Dipl.-Ing. Wolfgang Müller, OB Dr. Paul Wengert, BVMW Leiter Günter Schwab, Gerhard Leypoldt
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