Tourismusziel im Wittelsbacherland schließt

Mietvertrag für Hiasl-Erlebniswelt auf Gut Mergenthau läuft aus

Götz Beck. Foto: Regio Augsburg Tourismus
Die Dauerausstellung über den Wilderer und Räuberhauptmann Matthäus Klostermayr schließt Ende Oktober. Zwölf Jahre lang war diese in Gut Mergenthau geöffnet. Nun lief der Mietvertrag für die Räumlichkeiten aus.

Die Hiasl-Erlebniswelt war eine der vielen Erfolgsgeschichten, die das Wittelsbacher Land immer attraktiver werden ließen, wie die Regio Augsburg Tourismus GmbH erklärt. Doch zum 31. Oktober schließt das Räubermuseum auf Gut Mergenthau bei Kissing nun. Nach Ablauf der zwölfjährigen Vertragslaufzeit ist diesen Herbst für das Tourismusziel im Landkreis Aichach-Friedberg zunächst einmal Schluss.

Monika Fottner betreibt Museum ohne Profit

Betrieben wurde das Museum von Eigentümerin Monika Fottner ohne Profit. Sie brachte damit den Mythos des in Kissing geborenen Wildschützen und Räuberhauptmanns nach Gut Mergenthau. Dieser gilt für die einen als Verbrecher, für die anderen war er ein „deutscher Robin Hood“. Im Wittelsbacher Land blieb der Wilderer und Räuberhauptmann Matthäus Klostermayr alias „Bayerischer Hiasl“ auch nach seiner Hinrichtung im Jahr 1771 unvergessen.

In einem Ökonomiegebäude des Gutes Mergenthau bei Kissing – Klostermayrs Geburtsort – wurde die Hiasl-Erlebniswelt im Mai 2006, als LEADER-Projekt des Wittelsbacher Land Vereins ins Leben gerufen. Zwischenzeitlich konnte das Räubermuseum  gemeinsam mit den Partnern – dem Landkreis Aichach-Friedberg, der Gemeinde Kissing, der Regio Augsburg Tourismus GmbH und dem Hiasl-Förderverein – als neues Ausflugsziel im Landkreis Aichach-Friedberg etabliert werden. Die Regio Augsburg Tourismus GmbH organisierte dabei die Inszenierung und Gestaltung dieses Museums im Wittelsbacher Land.

Museum wurde kontinuierlich unterstützt

„Es ging uns darum, diesen Teil der Geschichte von Kissing spannend zu erzählen und mit diesem altbaierischen Hiasl-Mythos zur touristischen Attraktivierung des Landkreises Aichach-Friedberg beizutragen“, so Tourismusdirektor Götz Beck. Das sei, mit steigender Tendenz, in den vergangenen Jahren durchaus gelungen. Das Museum wurde kontinuierlich mit einem Jahresprogramm beworben, aber auch durch den unter dem Dach der Erlebniswelt installierten Walderlebnispfad oder durch Vortragsreihen zum Thema unterstützt. „Die Zusammenarbeit mit allen Partnern war ganz hervorragend“, resümierte Beck.

Mythos vom freien Räuberleben soll weiter bestehen

Nun will Hausherrin Monika Fottner die Räume der bisherigen Hiasl-Erlebniswelt selbst nutzen. Dr. Klaus Metzger, Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg, sowie Kissings Erster Bürgermeister Manfred Wolf äußerten dafür vollstes Verständnis. „Der Hausherrin gilt zuerst einmal unser Dank für eine gute Zeit auf Gut Mergenthau“, so Metzger. Der Landrat, der zugleich Vorsitzender des Vereins Wittelsbacher Land ist, wie auch Kissings Gemeindeoberhaupt Manfred Wolf legen aber Wert darauf, dass das Ende der Hiasl-Erlebniswelt auf Gut Mergenthau nicht zugleich das Ende des Mythos vom freien Räuberleben in den Wäldern um Kissing bedeutet.

Ein „Weiterleben“ des in Dillingen a. d. Donau grausam vom Leben zum Tod beförderten Kissingers würde – so Wolf – auch dem großen Engagement der beteiligten Partner entsprechen. Der Landkreis, der Wittelsbacher Land Verein und die Gemeinde Kissing suchen deshalb jetzt nach Möglichkeiten, die Ausstellung über das Leben des Wilderers und Räuberhauptmanns Matthäus Klostermayr in anderer Form am Leben zu erhalten. Bei Wanderungen und Radtouren im Wittelsbacher Land kann man nach wie vor den Wegen des „Bayerischen Hiasl“ folgen, so Tourismusdirektor Götz Beck.

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