Landratsamt Aichach-Friedberg

Darum wehrt auch Aichach-Friedberg sich gegen die Pläne der „Osttangente“

Landrat Dr. Klaus Metzger. Foto: Landratsamt Aichach-Friedberg

Nun da es die „Osttangente“ fast fest in den Bundesverkehrswegeplan geschafft hat, werden die Gegenstimmen immer lauter. Landrat Dr. Klaus Metzger machte seinen Unmut über die aktuellen Pläne in einer Einwendung deutlich: „Wir wollen Entwicklungsmöglichkeiten für den Landkreis und vernünftige Entlastungsstraßen für die Bürgerinnen und Bürger in Friedberg, Kissing und Mering, aber keinen autobahnähnlichen Ausbau.“

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Die Diskussionen um die sogenannte „Osttangente“ halten weiter an. Nicht nur aus Königsbrunn dringen besorgte nach München und Berlin. Auch Landrat Dr. Klaus Metzger verdeutlichte die Position des Landkreises Aichach-Friedberg und formulierte diese als Einwendung im Bundesverkehrswegeplan.

Metzger: Kein autobahnähnlicher Ausbau

„Im Bundesverkehrswegeplan ist das hinterlegt, was vor Jahren angemeldet wurde – das ist also nicht wirklich überraschend. Jedoch muss das nicht das sein, was tatsächlich realisiert wird. Und es ist vor allem nicht das, was der Kreistag am 9. März 2016 mit deutlicher Mehrheit beschlossen hat. Wir wollen Entwicklungsmöglichkeiten für den Landkreis und vernünftige Entlastungsstraßen für die Bürgerinnen und Bürger in Friedberg, Kissing und Mering, aber keinen autobahnähnlichen Ausbau. Das wurde auch öffentlich nie anders dargestellt. Deshalb habe ich am vergangenen Donnerstag unsere Position explizit als Einwendung beim Bundesverkehrsministerium eingereicht“, erklärte Metzger letzte Woche.

Landrat fordert weitere Planungen

Den Beschluss des Kreistags hatte der Landrat bereits direkt nach der Sitzung verschickt. Adressiert an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann sowie an die Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz, Ulrich Lange und Gabriele Fograscher ging dieser im März raus. „Wir sehen die Notwendigkeit einer Entlastung von Friedberg, Kissing und Mering und sind froh, dass die Strecke im Verkehrswegeplan aufgenommen ist. Mir ist es jedoch wichtig dafür zu Sorge zu tragen, dass unsere Vorgaben nun in die weiteren Planungen eingehen“, so der Landrat weiter.

Kreistag und Verkehrsministerium haben verschiedenen Vorstellungen

In seinem Beschluss fordert der Kreistag den verkehrsgerechten Ausbau der AIC 25 und des Chippenham Rings im Bereich Friedberg/Autobahnanschluss Derching bis zur Einmündung des Chippenham Rings in die Meringer Straße. Ab dieser Einmündung soll der Straßenzug über die B 2 mit einer Umfahrung von Kissing und Mering-St. Afra fortgeführt werden und keinen autobahnähnlichen Ausbau erhalten. Dies ist der Hauptpunkt indem sich Kreistags und Verkehrsministerium unterscheiden.

Kreistag hinterlegt Resolution

Weiter heißt es in der hinterlegten Resolution des Kreistags: „Der Teilabschnitt zwischen Autobahnanschluss Friedberg/Derching und Meringer Straße ist so zu gestalten, dass die verkehrstechnischen und verkehrsrechtlichen Voraussetzungen zu einer Entlastung Friedbergs dahingehend führen, dass der Durchgangsverkehr von der B 300 auf die A 8 abgeleitet wird. Die gesamte Trasse soll den Status einer Bundesstraße erhalten und möglichst flächensparend auf Bestandsstraßen verwirklicht werden. Den Belangen der Landwirtschaft sowie des Umwelt- und Naturschutzes ist dabei Rechnung zu tragen.“ Das ist, wie Landrat Dr. Metzger betonte, ein klarer Hinweis auf den vieldiskutierten vierten Teilabschnitt.

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