Produktion der Zukunft

Andreas Schmid Logistik und voxeljet gründen Joint Venture

Gianluca Crestani, Vorstand Andreas Schmid Logistik AG, und Rudolf Franz, Vorstand voxeljet. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Bei einer Führung durch die Fertigung von voxeljet wurde die Idee hinter DSCS deutlich. Foto: Christian Kolbert / kolbert press
Bei einer Führung durch die Fertigung von voxeljet wurde die Idee hinter DSCS deutlich. Foto: Christian Kolbert / kolbert press
Zum 2. November geht Digital Supply Chain Solutions (DSCS) an den Start. Das Joint Venture der Andreas Schmid Logistik AG und der voxeljet AG will Produktions- und Logistik-Prozesse revolutionieren.

Vielfältig einsetzbar, gilt 3D-Druck als Technologie der Zukunft. Dabei kann die additive Fertigung Produktionsprozesse schon heute deutlich optimieren. Hier setzt das Joint Venture von Andreas Schmid Logistik und voxeljet an.

Potenzial wird bisher nicht erschöpft

„Bisher ist 3D-Druck noch für viele eine Blackbox“, sagte Gianluca Crestani, Vorstand Andreas Schmid Logistik AG, bei der offiziellen Vorstellung von DSCS am 23. Oktober bei voxeljet. Denn der Branche mangelt es an Transparenz. Dafür gibt es viele Gründe. Neben der Expertise fehlen gerade im Mittelstand auch die zeitlichen Ressourcen, um sich dem Thema ausreichend zu widmen.

Startschuss für neues Joint Venture von Andreas Schmid Logistik und voxeljet

Produktionsprozesse werden digitaler

Dabei ist der 3D-Druck gerade für die Produktionsregion Bayerisch-Schwaben ein sehr spannendes Thema. Von Modellen über Werkzeugen bis hin zu Endprodukten, ob aus Metall, Kunststoff oder Verbundwerkstoffen: Die additive Fertigung ist sehr vielseitig. Ein feines Pulver und der entsprechende Datensatz bilden die Basis. Daraus wird Schicht für Schicht das Produkt gefertigt. 3D-Druck ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Produktionsprozesse immer digitaler werden.

3D-Druck für geringe Stückzahlen sinnvoll

Das eigentlich Besondere ist jedoch: Additive Produktionsprozesse zeigen gerade dort ihre Stärken, wo die klassische Fertigung an ihre Grenzen stößt. Produziert wird häufig ressourcenschonender, schneller und kostengünstiger, als dies mit herkömmlichen Prozessen möglich wäre. Zudem kann beim 3D-Druck auf die Werkzeugherstellung zum Teil ganz verzichtet werden. Die Produktionsprozesse sind somit direkter. Und es sind keine fixen Abnahmemengen nötig. Dadurch kann nach Bedarf produziert werden, die aufwendige Lagerhaltung fällt weg. Immer häufiger ist die additive Fertigung eine wirtschaftlichere Alternative zur herkömmlichen Produktion. Dies ist gerade bei geringen Stückzahlen und sogenannten Langsamdrehern, also Waren, die selten verkauft werden, der Fall.

Bisherige Geschäftsmodelle verändern sich

Hinter DSCS steht ein Team von Spezialisten aus dem 3D-Druck und der Logistik. DSCS analysiert die Produktionsprozesse von Unternehmen. Ziel ist es, diese zu optimieren und die additive Fertigung dort einzusetzen, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist. Gleichzeitig revolutionieren neue Herstellungsmethoden auch die Logistik: Die Planung, Steuerung und Optimierung des Materialflusses verändert sich – auch dadurch, dass Firmen zunehmend internationaler und Produkte immer individueller werden. Gleichzeitig wird in dem Maße, in dem additiv und nach Bedarf produziert wird, weniger Einlagerungsfläche benötigt. Zu einem gewissen Grad führen die neuen Technologien, für die DSCS steht, so zu einem indirekten Kannibalismus bisheriger Geschäftsmodelle.

Mittelfristig werden Unternehmer andere Investitionsentscheidungen treffen als früher. Davon sind Gianluca Crestani, Vorstand Andreas Schmid Logistik AG, und Rudolf Franz, Vorstand voxeljet, überzeugt.

Diese Unternehmen stecken hinter DSCS

Sowohl die Andreas Schmid Logistik AG als auch voxeljet halten je 50 Prozent an der Digital Supply Chain Solutions (DSCS). Als integrierter Logistik-Dienstleister im industriellen Umfeld verfügt die Andreas Schmid Logistik AG über 260.000 Quadratmeter Logistik-Fläche und beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Sitz in Gersthofen ist strategischer Logistik-Partner für Firmen wie Airbus, Bosch, MAN, Siemens und SGL Carbon.

Die voxeljet AG mit Sitz in Friedberg hingegen ist einer der weltweit führenden Anbietern von 3D-Drucksystemen im industriellen Umfeld. voxeljet beschäftigt rund 300 Mitarbeiter an fünf Standorten und ist seit 2013 an der New York Stock Exchance börsennotiert.

Die beiden Experten aus den Bereichen Logistik und additive Fertigung haben mit der [bu:st] GmbH aus München noch einen strategischen Partner ins Boot geholt. [bu:st] versteht sich als Experte im Projektmanagement in Entwicklungs- und Produktionsprozessen.

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