Kernkraftwerk
Rekordergebnis bei der Stromproduktion 2009
Kernkraftwerk Gundremmingen erzeugte 21,7 Milliarden kWh. Wichtiger Beitrag zur Stromversorgung auch bei eisigen Temperaturen.
2009 war das bisher beste Stromproduktionsjahr des Kernkraftwerks Gundremmingen: Mit über 21,7 Milliarden Kilowattstunden übertrafen die beiden Blöcke B und C ihre bisherige Bestmarke von 2006, die knapp unter 21,7 Milliarden Kilowattstunden lag. Damit kann der Jahresstrombedarf von mehr als 6,2 Millionen Durchschnitthaushalten (3.500 kWh/a) gedeckt werden. Die Atmosphäre wurde um über 21 Millionen Tonnen Kohlendioxid entlastetet. Um einen vergleichbaren Beitrag zum Klimaschutz zu erreichen, müssten alle 41 Millionen Pkw in Deutschland mindestens drei Monate in der Garage bleiben*. Einen weiteren Meilenstein hatte Gundremmingen schon am 3. November 2009 verzeichnet, als die 500 Milliardste Kilowattstunde Strom aus Kernenergie produziert wurde. Das ist fast soviel, wie in Deutschland 2009 insgesamt (519 Mrd. kWh) an Strom verbraucht worden ist. „Unser Kraftwerk hat einen enormen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit in Bayern geleistet“, freut sich Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen. Er ergänzt: „Ein solches Ergebnis ist nur mit einem von hoher Sicherheitskultur geprägten, sehr engagierten, motivierten und hervorragend ausgebildeten Team erreichbar. Auf diese Leistung ist unsere gesamte Mannschaft stolz!"
Beide Blöcke laufen auf Hochtouren
Bei den derzeit herrschenden eisigen Temperaturen laufen die Blöcke B und C auf Hochtouren. Das ist auch notwendig, da die Stromnachfrage stark gestiegen ist und gleichzeitig die winterlichen Verhältnisse zu Behinderungen auf den Transportwegen für Rohstoffe führen. Gerade jetzt zeigt sich eine besondere Stärke des Kernkraftwerks, das nicht auf kontinuierliche Brennstofflieferungen angewiesen ist und weitgehend unabhängig von Witterungseinflüssen arbeitet. Beide Blöcke werden einmal im Jahr mit neuen Brennelementen bestückt und sind so mit Brennstoff für ein komplettes Jahr Leistungsbetrieb versorgt. Für den Winterbetrieb des Kernkraftwerks Gundremmingen sind die notwendigen Maßnahmen in den Betriebshandbüchern detailliert beschrieben. Alle Systeme, die sensibel auf schwankende Außentemperaturen reagieren, sind hier erfasst. Rechtzeitig vor Beginn der Kälteperiode werden die erforderlichen Betriebsmittel wie etwa Frostschutzmittel bestellt. Setzen dann die Minustemperaturen ein, greifen die geplanten Maßnahmen. Hierzu gehören das Aufstellen von Begleitheizungen, das Schließen von Lüftungsklappen und auch der Dauerbetrieb von Lüftern, um ein Einfrieren zu verhindern. Alles wird kontinuierlich vom Kraftwerkspersonal überwacht. Damit nicht nur die Anlage störungsfrei läuft, sondern auch kein Mitarbeiter bei Eis und Schnee zu Schaden kommt, sorgt ein Winterdienst dafür, dass die Verkehrswege innerhalb und teilweise auch außerhalb des Kraftwerksgeländes schnee- und eisfrei bleiben. Bereiche in denen mit Eisfall zu rechnen ist, werden vorsorglich abgesperrt.
Vorteile eines ausgewogenen Energiemixes werden jetzt besonders deutlich
Gerade in besonderen Situationen wie den jetzt vorherrschenden Witterungsverhältnissen werden die Vorteile eines ausgewogenen Energiemixes deutlich. Er setzt auf die Stärken der einzelnen Energieträger, damit die Versorgungssicherheit gewährleistet und die Importabhängigkeit mildert. Beispiel Wind: Stabile Hochdrucklagen sind häufig verbunden mit einem sehr schwachen Windaufkommen. So sind in Deutschland im Schnitt in der ersten Januarwoche nur etwa 1.500 Megawatt Windstrom produziert worden – bei 25.000 MW installierter Leistung. In solchen Fällen hilft ein Kraftwerkspark mit flexibel zu steuernden Kernkraftwerken und ebenfalls witterungsunabhängigen Braunkohlekraftwerken. „Wir sichern gut 30 Prozent der Stromerzeugung in Bayern, rund um die Uhr und natürlich auch bei diesen arktischen Bedingungen“, erläutert Helmut Bläsig. „Die Kernenergie muss auch in Zukunft eine tragende Säule im deutschen Energiemix bleiben.“
*Ein Pkw stößt laut Kraftfahrtbundesamt durchschnittlich 169,3 g CO2 je km aus; die zugrundeliegende Jahreskilometerleistung beträgt 12.000 km pro Jahr
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