Insolvenz
Kögel stellt erneut Insolvenzantrag
Die Kögel Fahrzeugwerke GmbH, Burtenbach, muss aufgrund der drastischen Marktverwerfungen in der Logistikindustrie und der Trailerbranche nun erneut Insolvenz anmelden. Von der Insolvenz sind insgesamt rund 1150 Mitarbeiter direkt betroffen, hiervon rund 830 in Deutschland. Die Schwestergesellschaft in Frankreich Jean Chereau SAS ist von der Insolvenz nicht betroffen.
Erst 2004 hatte das frühere Ulmer Familien-Unternehmen Kögel Insolvenz angemeldet, und wurde anschließend von einem Münchner Finanzinvestor übernommen. Bereits im Sommer 2008 hatten die Gesellschafter angesichts der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen beschlossen. Auch mehrmalige Kapitaleinschüsse durch die Gesellschafter konnten das Unternehmen nur vorübergehend stabilisieren. In den letzten Monaten spitzte sich die Situation jedoch zu und es kam laut Unternehmensmitteilung „zu einem nicht mehr auszugleichenden Liquiditätsengpass“. Zusätzlich belasteten demnach Einschränkungen der Kreditversicherungen, die neben den Effekten auf die Lieferanten auch eine erhebliche Reduzierung des Factoring-Volumens zur Folge hatten. Ein Antrag auf Hilfsmittel aus dem KfW-Sonderprogramm wurde zwar von der KfW in Aussicht gestellt, konnte jedoch die Insolvenz nicht mehr abwenden. Auch die zuletzt mit diversen Lieferanten getroffenen Stundungsvereinbarungen konnten hieran nichts mehr ändern, bedauerte das Unternehmen. Die Gesellschafter möchten Kögel weiterhin unterstützen und arbeiten an einer entsprechenden Fortführungslösung im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens, hieß es. Der Trailerhersteller hatte seit dem Ausbruch der Finanzkrise im September letzten Jahres mit einem Nachfrageeinbruch von mehr als 90 Prozent zu kämpfen.
Kögel wurde im Jahr 2008 zum Turnarounder des Jahres und vor kurzem zur besten Trailermarke gewählt, produzierte per Mitte 2008 noch annähernd 24.000 Trailer jährlich und erzielte in den zwölf Monaten von Juli 2007 bis Juni 2008 einen Umsatz von rund 540 Millionen Euro. Für dieses Jahr konnte unter den aktuellen Marktbedingungen - trotz konstanter Marktanteile - nur mit einer Absatzmenge von etwa 1.500 – 2.000 Einheiten und einem Umsatz von etwas mehr als 50 Millionen Euro gerechnet werden. Vergangene Woche wurde außerdem Finanzchef Günter Weinberger als neuer Geschäftsführer berufen, der bisherige CEO Alexander Tietje und der Vertriebschefs Andreas Berndmeyer behielten aber die Verantwortung für ihre bisherigen Geschäftsbereiche. Diese Maßnahme wurde damit begründet, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollten, eine Insolvenz zu verhindern.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz aus Neu-Ulm bestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter arbeitet bereits mit der Geschäftsleitung an der uneingeschränkten Betriebsfortführung des Unternehmens.
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