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Kögel Trailer

Kögel sieht sich zum Abwandern gezwungen

Burtenbach, 08.02.10
Die noch in Burtenbach ansässige Firma Kögel, Europas drittgrößter Hersteller von Trailern, sieht sich zu einem Standortwechsel gezwungen. Verhandlungen über eine Übernahme des Standorts in Burtenbach mit der Eigentümerbank Fortis Lease seien trotz intensiver Bemühungen seitens Kögel gescheitert.
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Kögel Trailer GmbH & Co. KG
Schon in drei Wochen, am 28. Februar 2010, läuft das derzeitige Mietverhältnis aus und Angebote zum Kauf oder zur langfristigen Miete des Geländes seien bis heute nicht mit definitiven Entscheidungen beantwortet worden. „Aus unserer Sicht haben wir bis zur letzten Minute verhandelt, um den Standort Burtenbach mit seinen 441 Mitarbeitern zu erhalten“, erklärt Thomas Heckel, Vorsitzender der Kögel-Geschäftsführung. „Selbst die Gespräche mit dem Bundestagsabgeordneten für den Landkreis Günzburg und anderen Politikern haben außer zu leeren Versprechungen und Solidaritätsbekundungen zu nichts geführt.“ Jetzt sehen sich Geschäftsführung und Gesellschafter gezwungen, die Reißleine zu ziehen und Maßnahmen zur Verlagerung der Produktion an einen anderen Standort einzuleiten.

Neuer Investor konnte Gebäude nicht übernehmen

Zu der derzeitigen Situation war es gekommen, weil die früheren Kögel-Gesellschafter die Gebäude und das Gelände im Jahr 2007 an die Fortis Lease veräußert und über eine den Altgesellschaftern gehörende Zwischengesellschaft langfristig zurückgemietet haben. Da Bank und Altgesellschafter dieses Zwischenmietverhältnis auch nach der Insolvenz aufrechterhalten haben, konnte der neue Investor die Produktionsgebäude nicht wie gewünscht sofort übernehmen. Die angestrebte Übernahme zum Ablauf des derzeitigen Mietverhältnisses ist nun ebenfalls gescheitert.

Veto-Recht

Die Belegschaft reagierte mit Wut über die Altgesellschafter auf die Ankündigung der Kögel-Geschäftsleitung, die Produktion verlagern zu müssen. Leo Berger, Betriebsratsvorsitzender der Kögel Trailer GmbH & Co. KG: „Wie wir heute wissen, haben die Altgesellschafter bei der Vergabe der Gebäude noch immer ein Veto-Recht. Offensichtlich sind die gleichen Gesellschafter, welche die Kögel Fahrzeugwerke GmbH in die Insolvenz getrieben haben, weil sie unter anderem allein im Jahr 2007 rund 57 Millionen Euro aus dem Unternehmen herausgezogen haben, nun dabei, mit ihrer Blockadehaltung die verbliebenen Arbeitsplätze in Burtenbach zu gefährden.“

Zulieferer betroffen

Durch die Insolvenz wurden bereits 240 Mitarbeiter entlassen. Doch auch ein Großteil der verbliebenen 441 Mitarbeiter wird durch die Produktionsverlagerung zunächst mit zusätzlicher Kurzarbeit rechnen müssen. Auch war eigentlich für den Standort in Burtenbach die Errichtung einer neuen Schweißlinie geplant, in der langfristig rund 150 neue Mitarbeiter Beschäftigung gefunden hätten. Darüber hinaus werden auch etwa 400 Mitarbeiter von Zuliefer-Betrieben im Umland Burtenbachs von dem Standortwechsel betroffen. 

Zwischenstation in Gersthofen

Kögel geht davon aus, seinen Kunden auch weiterhin das gesamte Produktprogramm anbieten zu können. Während die Endmontage-Linie im Humbaur-Werk in Gersthofen installiert wird, werden die Beschichtung und die Schweißerei vorübergehend an andere Standorte verlagert. „Wir können auch künftig alle bisherigen und alle neuen Aufträge in gewohnt hoher Kögel-Qualität erfüllen“, betont Thomas Heckel.

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