Kernkraftwerk
Gundremmingen: 2009 war das Jahr der Rekorde
Mit einem Weltrekord ist Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen ins neue Jahr gestartet: Als erster Siedewasserreaktor hat er die 250-Milliarden-Kilowattstunden-Erzeugungsmarke überschritten.
Schon das Jubiläumsjahr 2009 hatte dem Kraftwerk Gundremmingen eine Bestmarke beschert: Punktgenau zum 25-jährigen Bestehen wurde mit über 21,7 Milliarden Kilowattstunden ein Produktionsrekord erreicht. „Dass wir den alten Rekord von 2006 um 44 Millionen Kilowattstunden übertroffen haben, zeigt wie zuverlässig unsere Anlage arbeitet“, erklärt Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen. „Ohne die hohe Ausbildungs- und Sicherheitskultur der Kraftwerksmitarbeiter wären Produktionsergebnisse von 10,9 Milliarden Kilowattstunden in Block B und 10,8 Milliarden Kilowattstunden in Block C nicht erreichbar“, betont Bläsig. Die Gundremminger Jahresproduktion 2009 entspricht einem rund 30-prozentigen Anteil an der bayerischen Stromerzeugung.
„Voraussetzung für Akzeptanz und Vertrauen, die uns für den Betrieb des Kraftwerks entgegengebracht werden, sind nur durch ein Höchstmaß an Sicherheit zu erreichen und zu bewahren“, erläutert der technische Geschäftsführer. „Diesem Anspruch werden wir durch ein umfangreiches Modernisierungsprogramm gerecht.“ In mehreren Teilprojekten werden während der Revisionen maschinentechnische Komponenten wie Behälter, Rohrleitungen und Armaturen erneuert. Zudem wird in einem mehrjährigen Prozess der Kraftwerksbetrieb auf digitale Leittechnik umgerüstet. Folge der umfangreichen Tätigkeiten sind längere Revisionszeiten.
Trotz Wirtschaftskrise Neueinstellungen und weitere Ausbildungsplätze
Trotz Wirtschaftskrise wird das Kraftwerk im laufenden Jahr rund 30 Mitarbeiter einstellen; 2009 sind bereits 38 Stellen neu besetzt worden. Gute Nachrichten gibt es auch aus dem Ausbildungsbereich: Im vergangenen Jahr wurde mit 43 Auszubildenden ein neuer Höchststand erreicht.
Ein besonderes Augenmerk legt das Kraftwerk auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Wir haben unsere Anstrengungen in diesem Bereich systematisch ausgeweitet. Dazu zählt die für externe Auftragnehmer zwingend vorgeschriebene Vorlage eines Arbeitssicherheitspasses, in dem alle einschlägigen Qualifikations- und Schulungsnachweise ihrer Mitarbeiter dokumentiert sein müssen, und ohne den es keinen Zutritt zum Kraftwerksgelände gibt, ebenso wie die konsequente Kontrolle zur Einhaltung der Arbeitssicherheitsvorschriften durch Vorgesetzte im Kraftwerk. Laufend finden Sicherheits- und Technikschulungen statt, die für eigene Mitarbeiter ebenso bindend sind wie für externe Beschäftigte. Der Erfolg ist messbar. Beim Eigenpersonal konnte die Zahl der Unfälle halbiert und bei externem Fachfirmenpersonal sogar um rund 80 Prozent gesenkt werden.
Regelfähigkeit der Kernkraftwerke unterstützt Erneuerbare Energien
Dass regenerative Energien und Kernenergie zwei Pfeiler einer Brücke sind, die in die Zukunft führen, macht Christoph Quick, kaufmännischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen, an einem Beispiel fest. An den Weihnachtsfeiertagen, als sehr viel Windenergie ins Stromnetz eingespeist wurde, jedoch nur geringer Bedarf herrschte, haben die beiden Gundremminger Blöcke ihre Leistung kurzfristig um insgesamt 30 Prozent, rund 800 Megawatt, abgesenkt und damit zur Netzstabilität beigetragen. „Kernkraftwerke sind dafür ausgelegt, ihre Stromproduktion schnell drosseln und erhöhen zu können“, erläuterte Quick. „So können sie helfen, die vor allem durch den Wind verursachten Schwankungen aufzufangen. Auch das zeigt, wie wichtig die Kernenergie für den Energiemix in Deutschland ist.“
Mit rund 1.200 Beschäftigten bleibt das Kernkraftwerk Gundremmingen einer der großen, krisenfesten Arbeitgeber in der Region. Die am Standort Beschäftigten verfügen über ein Kaufkraftvolumen von fast 60 Millionen Euro, das vorwiegend in der Region bleibt. Das gilt auch für die etwa 3,5 Millionen Euro, die das Revisionspersonal jährlich für Übernachtung, Verpflegung und Freizeitgestaltung aufwendet. „Wir bleiben der starke Partner der Region. Deshalb werden wir 2010 wieder kräftig investieren“, kündigt Quick an. Schon jetzt sind Ausgaben von deutlich über 200 Millionen Euro für das laufende Jahr geplant, davon allein rund 50 Millionen Euro für Revisionen sowie Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen.
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