HWK
„Klappern gehört zum Handwerk“
Mit dem Claim „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von Nebenan.“ will das deutsche Handwerk selbstbewusster seine alltägliche Präsenz, aber auch die Kundennähe, die es auszeichnet, nach außen tragen. Entwickelt wurde die auf fünf Jahre ausgelegte Kampagne von der Berliner Agentur Scholz & Friends. Pro Jahr soll sie die HWK deutschlandweit 10 Millionen Euro kosten, erklärt Ulrich Wagner, der Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben. Für das schwäbische Handwerk bedeutet das 245000 Euro an jährlichen Kosten. Der Start der Kampagne erfolgt am 16. Januar um 20.14 Uhr mit einem auf nahezu allen privaten Sendern gleichzeitig geschalteten Werbespot.
Zielgruppen
Mit der Ästhetik aktueller Kinofilme, an die er sich anlehnt, wird der Spot voraussichtlich eine der vier beabsichtigten Zielgruppen ansprechen: die Jugendlichen. Einem Fachkräftemangel will das Handwerk nämlich mit der richtigen Nachwuchsförderung vorbeugen. Für die jungen Leute sollen handwerkliche Berufe wieder attraktiv gemacht werden. Unter anderem geschieht dies auch durch die Botschaft, dass die verschiedenen Gewerke alles andere als anspruchslos sind. Vielmehr würden die Arbeiten qualitativ und technisch immer anspruchsvoller, wie Joachim Puhle, der Vorstand der HWK Schwaben und selbst Geschäftsführer wie auch –inhaber der Firma „Gleich Bau“ betont.
Neben den Jugendlichen sollen aber auch die Handwerker selbst angesprochen werden. Puhle zufolge soll ein gesteigertes Selbstbewusstsein und Wir-Gefühl auch zu einer Steigerung der Qualität führen. Weitere Zielgruppen der Kampagne schließlich sind Medien und Politik sowie die Bevölkerung selbst. Denn obwohl handwerkliche Leistungen unseren Alltag permanent durchziehen, würde dieses einer Umfrage zufolge weder besonders geschätzt noch wirklich wahrgenommen. Diesen Umstand will die HWK mit ihrer Anstrengung und der Unterstützung der knapp 5 Millionen Handwerker Deutschlands ändern.Darüber hinaus befasste sich die Veranstaltung der HWK Schwaben mit der konjunkturellen Lage ihrer Mitglieder. Obwohl die Folgen wirtschaftlicher Entwicklungen das Handwerk erfahrungsgemäß verzögert beträfen, wie Jürgen Schmid, der Präsident der HWK Schwaben, erklärte, hätten zwei Drittel befragter schwäbischer Betriebe einen optimistischen Blick in die Zukunft.
Festhalten an Mitarbeitern
Rund 80 Prozent der Unternehmen beabsichtigten, an ihren Mitarbeitern festzuhalten. Dies sei ebenfalls traditionell so, weil man im Handwerk um den Wert von Fachkräften wisse. Laut Schmid sei ein gesunder Optimismus auch angebracht, zumal das Handwerk auch durch Regierungsmaßnahmen wie das Instrument der Kurzarbeit Unterstützung erfahre. Auch im Konjunkturpaket II sieht Schmid eine gelungene politische Intervention: „Das Geld kommt tatsächlich auch unten an.“ Er würde nur wünschen, es könne um ein halbes oder gar ein ganzes Jahr verlängert werden.
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