Faire Preise sind eines meiner Hauptanliegen. Deshalb möchte ich heute die Initiative „Faire Milchlieferanten“ (aktuell sind es 180) vorstellen. Gegründet wurde sie von dem Allgäuer Landwirt Jürgen Zettl. Sein Ziel ist es, gegen den Preisverfall der Milch und eine seiner Hauptursachen - die Überproduktion der Milch - zu kämpfen.
Im Gegensatz zu den meisten Bauern, die ihre Tiere mit Kraftfutter hoch züchten, damit sie möglichst schnell, möglichst viel Milch geben, verpflichten sich die „Fairen Milchlieferanten“ dazu, ihre Kühe „nur“ mit Gras und Heu zu füttern.
Aktuell haben die Bauern, die nicht zufüttern, außer einem Schild, das sie als „Faire Milchlieferanten“ ausweist, von ihrem Engagement nichts als finanzielle Verluste. Denn während etwa zwei Drittel aller Bauern !!! mehr liefern, als es die aktuelle Milchquote erlaubt, liefern die „Fairen Milchlieferanten“ quotengerecht oder weniger.
Mir gefällt gut, dass Zettl und Co nicht alle Ursachen für den Preisverfall, „denen da oben“ in Brüssel und Berlin oder dem Verbraucher in die Schuhe schieben. Mit der Initiative soll ein Umdenken in den eigenen Reihen angeregt werden, das zunächst einmal auf der Solidarität zwischen den Landwirten fußt. Wenn es gelingt das zu kurzfristig gedachte, nur auf den eigenen Profit bedachte Streben einzelner Bauern in eine gemeinsame, langfristige Strategie umzuwandeln, dann sollte es möglich sein, faire Milchpreise durchzusetzen.
Zudem folgt die Initiative dem Grundsatz: Qualität vor Quantität. Hier ist auch der Verbraucher gefragt, denn die Milch nicht mehr überproduziert wird, wird es –endlich - vorbei sein mit den Dumping-Preisen.
Ich bin aber überzeugt, dass die allermeisten Menschen bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen, wenn ihnen der Wert der Milch als Grundnahrungsmittel wieder klar gemacht wird. Aktuell hat sich Milch zu einer typischen Commodity entwickelt, also einer Ware, die sich nur in einem einzigen Merkmal von anderen unterscheidet: nämlich im Preis.
Ein erster wichtiger Schritt ist es, das Produkt Milch wieder über mehrere Merkmale klar zu differenzieren und dem Verbraucher darüber einen deutlichen Mehrwert zu präsentieren.
Im Fall der „Fairen Milchlieferanten“ liegt ein Mehrwert auf der Hand: Gesunde, nicht hoch gezüchtete Kühe liefern nachweislich gesündere Milch ohne Rückstände. Vielleicht schmeckt diese Milch auch besser? Womöglich werden durch die Initiative Arbeitsplätze in der Region geschaffen? Gibt es einen besonders guten Lieferservice oder einen außergewöhnlichen Ab-Hof-Verkauf? Hier ist eine klare Marketing – und Vertriebsstrategie gefragt, die solche Verkaufsargumente herausstellt.
B4B Mission Profit:
Was unterscheidet Ihr Produkt/Ihre Leistung von den Mitbewerbern? Was ist Ihr Mehrwert? Tipp: Stellen Sie eine Liste zusammen: Was macht Ihr Produkt, Ihre Leistung einzigartig? Was unterscheidet Sie vom Wettbewerber? Warum ist der Preis gerechtfertigt? Machen Sie zudem eine Liste der möglichen Konsequenzen für den Kunden, sollte er sich entscheiden, NICHT mit Ihnen ins Geschäft zu kommen. Sie können so auf Einwände mit schlüssigen, auf Fakten basierenden Argumenten reagieren.
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