Technisch ging es beim neuen Corsa ans Eingemachte. Unter der Haube passierte richtig viel. Die gesamte Motorenpalette sowie Fahrwerk und Lenkung wurden grundlegend überarbeitet. Neben einer teilweise erheblichen Leistungssteigerung wurden sämtliche Triebwerke auf die Euro-5-Norm angepasst und im Verbrauch teilweise erheblich gemäßigt.
Unter 100 Gramm C02 emittiert trotz aller Maßnahmen der Entwickler nur ein Diesel: Der 1,3 CDTI ecoFLEX der gegenüber seinem Vorgänger um 27 Prozent auf 70 kW (95 PS) erstarkt ist. 3,7 Liter soll er laut Herstellerangaben durch seine Einspritzdüsen jagen, was beim Dreitürer 98 und beim Fünftürer 99 Gramm CO2-Ausstoss bedeutet. Eine Schaltpunktanzeige hilft bei diesem, wie auch bei allen anderen neuen Corsa-Modellen, bei der Wahl des richtigen Ganges für eine möglichst effiziente Fortbewegung.
Satte Leistung bei moderaten Verbrauch verspricht bei den Selbstzündern der 1,7 CDTI, dessen Leistungsausbeute nun 96 kW (130 PS) beträgt. Ein hohes Drehmoment von 300 Nm beschleunigt den Dieselsportler in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und auf eine Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h. Das ganze verbunden mit einem durchschnittlichen Durst von 4,5 Litern auf 100 Kilometern und 118 Gramm CO2-Produktion pro Kilometer.
Am obersten Ende der Fahnenstange, bezogen auf die Leistung, sind die beiden mit dem 1,6-Liter-Turbo befeuerten GSi (110 kW/150 PS) und OPC (141 kW/142 PS) positioniert. Obwohl die Leistungswerte mit den Vorgängermodellen identisch geblieben sind, sank der Verbrauch bei beiden um signifikante 0,6 Liter. Ergo ist den Opel Ingenieuren ein kleines Kunststückchen gelungen, dass trotz höherer Leistung sämtliche Aggregate die Umwelt ein klein bisschen weniger belastet wird.
Erstmals in der Geschichte des Corsa finden zwei Autogas-Varianten den Weg zum Kunden. Opel Special Vehicles (OSV), eine Tochtergesellschaft, die sich um spezielle Motorisierungen und Umbauten kümmert, baut direkt ab Werk das komplette System ein, sodass weder Umbaukosten entstehen, noch eventuelle Garantieansprüche verloren gehen. Im Angebot sind ein 1,2-Liter mit 55 kW (75 PS) und ein 1,4-Liter mit 65 kW (89 PS).
Besonders hervorzuheben waren bei den ersten Testfahrten Anfang Februar im Rhein-Main-Gebiet und den Ausläufern des Odenwalds das überarbeitete Fahrwerk und die neu entwickelte Lenkung. Weniger Reibung im Lenkgetriebe und ein verbesserte Software der elektrischen Servolenkung zeigen eine deutliche Wirkung. Der Corsa wirkt agil wie nie zuvor und in Verbindung mit dem deutlich komfortableren und trotzdem angenehm straffen Fahrwerk kommt richtig viel Fahrfreude auf.
Und die setzt sich auch in dem sehr großzügig gestalteten Innenraum fort. Die Qualität kann sich mit dem Spitzenreiter dieses Segments aus Wolfsburg durchaus messen und punktet in jedem Fall bei dem höheren Platzangebot und dem nicht zu verachtenden Gefühl mehr Raum zu haben, deutlich. Die hohe Qualität beweist Opel bei dem Corsa auch beim DEKRA Mängelreport 2010. Mit einer Mängelquote von 2,4 Prozent kürte ihn die Sachverständigenorganisation zum Gesamtsieger aller getesteten Fahrzeuge.
Last but not least wird es beim Corsa immer bunter. Bestärkt durch den großen Erfolg der Color Line, die 2009 erstmals vorgestellt wurde, bietet Opel zwei weitere Varianten an. Zum einen Color Race, das mit seiner gelb-schwarzen Lackierung an die im Rallyesport erfolgreichen Kadett GT/E der 70er und 80er Jahre anknüpft. Und zum anderen wirbt Color Wave um die Gunst der Käufer, ein Design das nach Aussagen von Opel spannungsgeladene Linien in kontrastierenden Farbe vereinigt. (ds)
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